Die sogenannte deutsche Spieloper – die ja im engeren, überlebensfähigen Sinne eine Angelegenheit einzig Albert Lortzings war – hatte sich aus den Berliner Spielplänen in den letzten 30 Jahren vollständig verabschiedet. Ihre Blüte im Biedermeier, ihre für ein deutsches Kulturprodukt untypische Unterhaltsamkeit bescherten ihr einen schwierigen Stand noch gegen das hierzulande unbekannteste Produkt der Post-Puccini-Zeit. Und was man sich heute unter „Zar und Zimmermann“ vorstellen soll, das konnte einen bis zum Samstag, als das Werk an der Deutschen Oper Berlin zum ersten Mal in der Inszenierung von Martin G. Berger gezeigt wurde, tatsächlich nachdenklich und eigentlich ratlos machen.
Musiktheater
Die Deutsche Oper entdeckt politischen Zündstoff in Lortzings „Zar und Zimmermann“
Klar, wer mit Zar und was mit Tschirikistan gemeint ist. Martin G. Berger hält Lorzings Biedermeier-Oper in guter Balance aus Frohsinn und Tiefsinn. Die Kritik.
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„Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing in der Deutschen Oper, in der Mitte: Patrick Zielke als van Bett
© Thomas Aurin
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