Italien

Um Foto „gebettelt“? Meloni widerspricht Trump – US-Präsident reagiert mit neuer Kritik

Politiker in Italien zeigen sich empört nach Aussagen Trumps über Ministerpräsidentin Meloni. Nach Angaben des US-Präsidenten fragte sie „immer wieder“ nach einem Foto.

3 Min
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen im Weißen Haus

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen im Weißen Haus

© Brendan Smialowski/AFP

Eine angebliche Bitte um ein Foto hat zu einem Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni geführt. Meloni habe ihn während des G7-Gipfels in Frankreich „immer wieder um ein gemeinsames Foto“ gebeten, schrieb der US-Präsident am Samstag auf Truth Social.

Vorausgegangen war ein Interview Trumps mit dem italienischen Fernsehsender La7, in dem er laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa erklärt hatte, Meloni habe ihn „angebettelt“, ein Foto mit ihr zu machen. „Ich hätte es nicht getan, aber sie tat mir leid“, sagte Trump demnach.

Meloni: „Italien und ich betteln nie“

Meloni wies die Beschreibung am Freitag zurück. „Donald Trumps Behauptungen sind frei erfunden“, schrieb Meloni laut Ansa in sozialen Medien. Sie sei „schockiert“. „Italien und ich betteln nie“, fügte sie hinzu und kritisierte, dass sie nicht verstehe, „warum sich der US-Präsident gegenüber seinen Verbündeten so verhält“.

Es sei „nicht das erste Mal“, dass es ein solches Verhalten gegeben habe, so Meloni. „Ich kann nur sagen, dass es bedauerlich ist, dass er gegenüber den Feinden des Westens nicht dieselbe Entschlossenheit an den Tag legt.“ Außenminister Antonio Tajani erklärte laut Ansa, Trump habe mit seinen Aussagen „ganz Italien“ beleidigt und sagte einen für den 21. und 22. Juni geplanten Besuch in den USA ab.

Verteidigungsminister Guido Crosetto schrieb auf X, er könne sich nicht vorstellen, dass Meloni jemanden um ein Foto bitten würde, „nicht einmal bei Drohungen“. Der italienische Präsident Sergio Mattarella habe Meloni angerufen und seine Solidarität ausgedrückt, berichtete Ansa unter Berufung auf Quellen.

Iran-Krieg: Trump wirft Meloni fehlende Unterstützung vor

Trump erklärte nun auf Truth Social, Meloni stehe „in der Beliebtheitsskala schlecht da“, möglicherweise weil sie die USA in Bezug auf den Iran-Krieg „zurückgewiesen“ habe. „Sie hat uns nicht einmal erlaubt, Italiens Landebahnen zu nutzen, was eine große logistische Unannehmlichkeit darstellte“, kritisierte Trump.

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Der US-Präsident warf Meloni vor, wieder Freundschaft schließen zu wollen, um ihre Umfragewerte zu verbessern, „nachdem die Vereinigten Staaten den Iran militärisch besiegt“ hätten. „Nein Danke!“, schrieb Trump dazu.

Die USA und der Iran hatten in dieser Woche ein Memorandum mit 14 Punkten unterzeichnet, das ein 60-tägiges Verhandlungsfenster für ein dauerhaftes Abkommen und eine Öffnung der Straße von Hormus vorsieht.  Allerdings erklärte das zentrale iranische Militärkommando Khatam al-Anbiya laut dem staatlichen Sender Irib die Meerenge am Samstag erneut für geschlossen und begründete dies unter anderem mit israelischen Angriffen im Libanon trotz einer Waffenruhe.

Internationale Reaktionen

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach Meloni am Rande des EU-Gipfels seine volle Solidarität aus, wie Ansa berichtete. Der französische Präsident Emmanuel Macron zeigte sich „überrascht“ über Trumps Äußerungen und kündigte an, das Thema mit Meloni in den kommenden Tagen zu besprechen. Auch italienische Oppositionspolitiker verurteilten Trumps Äußerungen laut Ansa, kritisierten zugleich aber Melonis bisherige Nähe zum US-Präsidenten.

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