Steuern

Großbritannien: König Charles III. will seine Steuerzahlungen offenlegen

Der britische König Charles III. will Informationen über seine Steuerzahlungen öffentlich machen. Ziel sei mehr Transparenz.

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Der britische König Charles III.

Der britische König Charles III.

© John Walton/PA Wire/dpa

König Charles III. plant, als erster britischer König seine persönlichen Steuerzahlungen offenzulegen. Die Angaben sollen am Donnerstag als neuer Bestandteil des jährlichen Finanzberichts des Königshauses veröffentlicht werden, wie die BBC und der Guardian unter Berufung auf den Buckingham Palace berichteten. Die Entscheidung sei laut Palastquellen vom 77-jährigen König persönlich gewünscht worden.

Ein Sprecher des Palasts erklärte laut AFP, das Königshaus wolle „alle Elemente der königlichen Finanzen so erklären, dass mehr Klarheit und Zugänglichkeit entsteht“. „Um es einfach auszudrücken: Wir modernisieren und entwickeln uns weiter“, hieß es.

Steuerzahlung auf Einkünfte aus Privatbesitz

Veröffentlicht werden die Steuerzahlungen für das Finanzjahr 2024/25. Erfasst werden laut BBC unter anderem Abgaben auf Einkünfte aus dem Herzogtum Lancaster, aus privaten Investitionen sowie aus den Privatgütern Sandringham und Balmoral. Das Herzogtum Lancaster, ein Portfolio aus Ländereien sowie Büro-, Einzelhandels- und Industrieimmobilien, erwirtschaftete dem Guardian zufolge im vergangenen Jahr Einnahmen von 26,8 Millionen Pfund.

Britische Monarchen sind gesetzlich weder zur Zahlung von Einkommen- noch von Kapitalertrag- oder Erbschaftssteuer verpflichtet. Königin Elizabeth II. begann nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP 1993 freiwillig damit, Einkommen- und Kapitalertragsteuer zu entrichten. Charles hatte bereits als Prince of Wales seine Steuerzahlungen publik gemacht.

Druck nach Andrew-Affäre

Im Zuge des Skandals um den früheren Prinzen Andrew war der Druck auf den Palast gestiegen, seine Finanzen transparenter zu gestalten, wie AFP berichtete. Auch Abgeordnete hatten laut BBC mehr Offenheit gefordert. Anfang Juni war bekannt geworden, dass Andrew, der wegen seiner Kontakte zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Ungnade gefallen ist, jahrelang Cottages auf einem königlichen Anwesen untervermietet hatte.

Anders als sein Vater hat Thronfolger Prinz William nach Angaben des Guardian seine Steuerzahlungen seit der Übernahme des Titels Prince of Wales nicht offengelegt. William bezog dem Bericht zufolge im vergangenen Finanzjahr knapp 23 Millionen Pfund aus dem Herzogtum Cornwall und zahlt nach Angaben der Zeitung freiwillig den höchsten Einkommensteuersatz.

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Neben dem Steuerbericht sollen kommende Woche auch die Zahlen zum Sovereign Grant veröffentlicht werden, der öffentlichen Finanzierung des königlichen Haushalts. Diese ist laut BBC auf einen Rekordwert von 137,9 Millionen Pfund gestiegen, was mit Renovierungsarbeiten am Buckingham Palace begründet wird. (mit AFP)

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