Eine ungewöhnlich starke Hitzewelle hat große Teile Europas erfasst. In mehreren Ländern steigen die Temperaturen auf bis zu 40 Grad Celsius. Behörden warnten am Wochenende vor Gesundheitsrisiken, während erste Auswirkungen auf den Verkehr, Veranstaltungen und die Tierwelt sichtbar wurden.
Nach Angaben von Meteorologen wird die Hitze durch eine warme Luftmasse aus der Sahara verursacht. Ein stabiles Hochdruckgebiet, von Wetterexperten als „afrikanischer Antizyklon“ bezeichnet, transportiert die heiße Luft weit nach Norden. Dadurch bildet sich über West- und Mitteleuropa eine sogenannte Hitzeglocke, unter der sich die Temperaturen über mehrere Tage hinweg weiter aufheizen können, berichtet Reuters.
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Werden Temperaturdaten bewusst manipuliert?
Alarmstufe Rot in Italien
Besonders betroffen ist derzeit Italien. Die Behörden verhängten für mehrere Städte die höchste Warnstufe. In Bologna, Florenz, Mailand und Turin sowie weiteren Ballungsräumen galt am Sonntag Alarmstufe Rot. Auch in Rom machte sich die Hitze bemerkbar. Auf dem Petersplatz suchten Gläubige während des traditionellen Sonntagsgebets von Papst Leo XIV. Schutz unter Schirmen und Sonnenschirmen.
Spanien erwartet Temperaturen von bis zu 40 Grad
In Spanien gab der nationale Wetterdienst AEMET für zahlreiche Regionen Warnungen heraus. Auf dem Festland und auf Mallorca werden örtlich Temperaturen von 39 bis 40 Grad erwartet. Nach Angaben der Meteorologen dürfte die Hitzewelle mindestens bis zur Wochenmitte anhalten. In Madrid suchten Einheimische und Touristen Schattenplätze auf. Viele waren mit Fächern oder tragbaren Ventilatoren unterwegs, um die Hitze erträglicher zu machen.
Frankreich streicht Dutzende Zugverbindungen
Die hohen Temperaturen setzen inzwischen auch der Infrastruktur zu. In Frankreich warnte die staatliche Bahngesellschaft SNCF vor erheblichen Belastungen des Schienennetzes. SNCF-Chef Jean Castex erklärte laut Reuters, hohe Temperaturen könnten Oberleitungen beschädigen und Schienen verformen. Mehr als 5000 Mitarbeiter seien mobilisiert worden, um das Netz zu überwachen und Reparaturen durchzuführen. Bis Montag wurden 71 Fernzüge gestrichen.
Gewitter und Unwetter in Deutschland
Auch Deutschland spürt die Auswirkungen der extremen Wetterlage. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden regional bereits Temperaturen von bis zu 38 Grad gemessen. Gleichzeitig warnten Meteorologen vor schweren Gewittern in Teilen Ostdeutschlands.
In Berlin sorgten Starkregen und kräftige Windböen am Wochenende für Unterbrechungen mehrerer Veranstaltungen. Die Fête de la Musique wurde zeitweise beeinträchtigt. Auch beim Tennisturnier Berlin Open mussten Zuschauer das Gelände vorübergehend verlassen, als heftige Regenfälle und starke Winde aufzogen.
Sommerwetter auch in Berlin
Für die neue Woche erwarten Meteorologen in Berlin und Brandenburg überwiegend sommerliches Wetter. Nach den Unwettern vom Wochenende sollen die Temperaturen zunächst meist zwischen 25 und 30 Grad liegen. Zur Wochenmitte könnte es erneut deutlich wärmer werden. Nach aktuellen Prognosen sind regional wieder Temperaturen von mehr als 30 Grad möglich.
Auch bundesweit rechnen Wetterdienste mit einer Fortsetzung der warmen bis heißen Witterung. Ob Deutschland von den Extremwerten in Südeuropa erreicht wird, ist derzeit noch offen.
Jungvögel leiden unter der Hitze
Die Hitzewelle belastet nicht nur Menschen. Tierschützer berichten von einer wachsenden Zahl geschwächter Tiere. Ein Rettungszentrum nahe der belgischen Stadt Namur teilte mit, innerhalb weniger Tage rund 150 hitzegestresste Tiere aufgenommen zu haben. Besonders betroffen seien Jungvögel. Viele würden ihre Nester verlassen, bevor sie flugfähig seien, um der Hitze zu entkommen. „Nestlinge springen lieber aus dem Nest, als dort zu sterben“, sagte der Leiter des Zentrums, Romain De Jaegere, Reuters.
Klimaforscher weisen seit Jahren darauf hin, dass Hitzewellen in Europa häufiger und intensiver werden. Nach Einschätzung vieler Experten passt die aktuelle Wetterlage in dieses Muster. Die eigentliche Sommerperiode hat auf der Nordhalbkugel erst am Samstag mit der Sommersonnenwende begonnen. Dennoch erlebt Europa bereits jetzt eine der ersten großen Hitzewellen des Jahres.
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