Die Gewalt an Berliner Schulen hat einer neuen Studie zufolge zugenommen. Das geht aus dem sogenannten Konflikt- und Gewaltbarometer hervor, wie die Bildungsverwaltung mitteilte. Die repräsentative Untersuchung stützt sich auf Angaben von mehr als 14.000 Schülern sowie über 2500 Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeitenden. Berlin habe damit als erstes Bundesland eine umfassende wissenschaftliche Erhebung zu Konflikten, Gewalt, Diskriminierung und Konformitätsdruck an Schulen vorgelegt, hieß es.
Mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeitenden bewertet Gewalt und Konflikte an der eigenen Schule als großes oder sehr großes Problem. Fast zwei Drittel berichteten von einer Zunahme der Gewalt seit der Corona-Pandemie.
Digitale Konflikte und Konformitätsdruck
Besonders auffällig seien die Entwicklungen an Grundschulen, teilte die Bildungsverwaltung mit. Zudem gewönnen digitale Konflikte an Bedeutung. Viele Schüler nähmen an ihren Schulen auch einen religiösen und sozialen Konformitätsdruck wahr.
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) erklärte, die Ergebnisse seien ein deutliches Warnsignal. Wenn fast zwei Drittel der Lehrkräfte von einer Zunahme der Gewalt berichteten und 80 Prozent beobachteten, dass Konflikte schneller eskalierten als noch vor wenigen Jahren, „dann dürfen wir das nicht als normalen Schulalltag akzeptieren“. Besonders besorgniserregend sei, dass viele dieser Entwicklungen bereits an Grundschulen sichtbar würden. (mit epd)
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