Der Wohnungskonzern Vonovia hat angekündigt, in Berlin die Mieten zahlreicher Wohnungen zu erhöhen. Im Durchschnitt müssen betroffene Mieter der Vonovia und ihrer Tochter Deutsche Wohnen künftig 4,8 Prozent mehr zahlen als zuvor, wie das Unternehmen mitteilte. Das entspreche im Schnitt rund 35 Cent mehr pro Quadratmeter, die maximale Erhöhung liege bei etwa 70 Euro im Monat.
Damit bleibe der Konzern unter der im aktuellen Berliner Mietspiegel ausgewiesenen Steigerung von rund 6,9 Prozent, auf die sich das Unternehmen beruft. Wie viele der rund 130.000 Vonovia-Wohnungen in Berlin von den Erhöhungen betroffen sind, teilte das Unternehmen auf Nachfrage nicht mit.
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Durchschnittsmiete von Vonovia liegt über Mietspiegel
Vonovia kündigte an, bei finanzieller Überlastung einzelne Lösungen zu prüfen. Berücksichtigt werde demnach, wenn die Erhöhung dazu führe, dass jemand mehr als 30 Prozent des Nettohaushaltseinkommens für die Miete aufwenden müsse.
Der im Mai veröffentlichte neue Berliner Mietspiegel weist einen Median der Nettokaltmieten von 7,71 Euro pro Quadratmeter aus, 50 Cent mehr als im Vorjahr. Die Durchschnittsmiete von Vonovia in Berlin lag nach Konzernangaben Ende März bei 8,23 Euro je Quadratmeter, die Leerstandsquote bei lediglich 0,8 Prozent. Berlin ist mit gut 138.000 Wohnungen der größte Regionalmarkt des Unternehmens.
Parallel zu den angekündigten Mieterhöhungen geht die Linke mit einer bundesweiten Kampagne unter dem Motto „Schluss mit der Vonovia-Abzocke“ gegen den Konzern vor. Über ein Online-Formular sollen Mieter anonym Hinweise auf überhöhte Abrechnungen, fragwürdige Mieterhöhungen oder ignorierte Mängel melden können.
Vorstandschef Luka Mucic hatte zuletzt erklärt: „Bei Vonovia wohnen die Menschen zu fairen Preisen.“ Der Konzern baue bezahlbare Wohnungen und stehe als Marktführer im Zentrum der Nachfrage nach Wohnraum. (mit dpa)
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