Rund fünf Monate nach dem Start der neuen Wehrerfassung haben sich bislang gut 530 Freiwillige für den Wehrdienst verpflichtet. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung des Bundesverteidigungsministeriums hervor.
Insgesamt wurden bis Mitte Juni nach Ministeriumsangaben 298.200 Fragebögen an junge Männer und Frauen in Deutschland verschickt. Auf Grundlage der Rückmeldungen seien bisher rund 1500 Musterungen beziehungsweise Assessments durchgeführt worden, rund 600 weitere Termine seien vorgesehen.
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Mehr als jeder fünfte junge Mann habe Interesse am Wehrdienst geäußert. Viele Interessierte seien wegen Schule oder Ausbildung allerdings erst in ein bis zwei Jahren verfügbar. Für die rund 153.000 angeschriebenen Männer ist die Beantwortung des Fragebogens verpflichtend. Die Rücklaufquote lag dem Ministerium zufolge bei etwa 96 Prozent. In den übrigen Fällen werde nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren geprüft. Bei den Frauen, für die die Antwort freiwillig ist, betrug die Quote lediglich rund vier Prozent.
Unabhängig von den Fragebögen seien für den neuen Wehrdienst rund 10.000 Interessierte für das Jahr 2026 eingeplant, teilte das Verteidigungsministerium mit. Das seien rund acht Prozent mehr als im Vorjahr. Auch bei der klassischen Rekrutierung verzeichnet die Bundeswehr nach eigenen Angaben deutliche Zuwächse: Im laufenden Jahr seien rund 38.500 Bewerbungen eingegangen, fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Einstellungen sei um 13 Prozent auf 11.000 gestiegen.
Ziel des neuen Wehrdienstgesetzes ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen. Das Gesetz über den freiwilligen Wehrdienst nennt für jedes Jahr bis 2035 einen Zielkorridor bei den Personalzahlen. Wann überprüft wird, ob diese Wegmarken erreicht wurden, lässt das Gesetz allerdings offen. Werden die Ziele verfehlt, könnte eine Bedarfswehrpflicht in Kraft treten.
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