Es war ein Chaosabend der Superlative. Bei ihrem bislang größten IT-Notfall musste die Bahn die höchste Störfallstufe ausrufen. Weil das Bahnfunksystem GSM-R ausfiel und die Rückfallebene nicht nutzbar war, standen Dienstagabend in Deutschland alle Züge still. Jetzt fordern Experten immer lauter, rasch auf neuere Technik umzusteigen. Auch weil das alte 2G-System verwundbar sei. Zitat: „GSM-R ist längst geknackt. Wir wissen um die Angriffe, es redet nur keiner drüber.“
Um 22.20 Uhr hieß es: Störung bundesweit. Kein Zug konnte mehr fahren, in Berlin mussten auch alle S-Bahnen pausieren. Zum Totalausfall am Dienstag kam es, als in einer zentralen Systemeinheit planmäßig eine technische Komponente ausgetauscht wurde, hieß es.
Erst lange nach Mitternacht kam zumindest der Personenverkehr wieder ins Rollen. Bald darauf begann eine Diskussion, die Fachleute schon seit Jahren führen, aufs Neue. Kann ein solcher Störfall wieder passieren? Was muss sich bei der Technik ändern? Was ist zu tun?
Bahn-Chaos
„Der Bahnfunk ist längst geknackt“: Bahn-Experten warnen vor Sicherheitslücken im alten System
Nach dem Stillstand fordert Lukas Iffländer von Pro Bahn die Umstellung auf eine neue Technik – aber nicht das, was geplant ist. Droht ein Hackerangriff?
5 Min
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Nichts geht mehr – auch in Berlin nicht. Am Abend des 23. Juni wartet ein gestrandeter Zug im Hauptbahnhof auf die Weiterfahrt.
© Olaf Wagner
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