Warenhauskette

Galeria sichert sich 160 Millionen Euro Kredit für Sanierungsplan: Zukünftige Filialschließungen möglich

Die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers stellt der angeschlagenen Kette frisches Geld bereit. Im Gegenzug stehen rund 30 Häuser auf dem Prüfstand.

2 Min
Blick auf das Logo der Galeria Kaufhof am Kaufhaus am Alexanderplatz

Blick auf das Logo der Galeria Kaufhof am Kaufhaus am Alexanderplatz

© Monika Skolimowska/dpa

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria hat sich eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro gesichert. Das sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Nach dpa-Informationen sind zugleich weitere Filialschließungen vorgesehen.

Die Kreditlinie stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereit, abgesichert durch die Ware von Galeria. Voraussetzung für die Zusage war den Angaben zufolge ein Gutachten der Unternehmensberatung AlixPartners zur wirtschaftlichen Lage des Einzelhändlers. Zuvor hatten auch das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche über den neuen Kredit berichtet.

Dreijähriger Sanierungsplan

Das Geld ist an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft. Galeria will prüfen, welche Standorte rentabel sind, und mit Vermietern über Mietsenkungen sowie flexiblere Konditionen verhandeln. „Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein“, sagte Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Als Grund für die Maßnahmen nennt das Unternehmen unter anderem das schwache Konsumklima im stationären Einzelhandel.

Etwa 30 der derzeit 83 Warenhäuser gelten als Wackelkandidaten. Galeria dürfte in drei Jahren ein deutlich kleineres Filialnetz haben, sagten Beteiligte, die über die Pläne informiert sind, der dpa. Laut Hellenbock werde aber auch erwogen, an früheren Standorten wieder Filialen zu eröffnen.

Ablösung bestehender Verbindlichkeiten

Unklar ist, wie viel von dem neuen Geld für Investitionen übrig bleibt. Zunächst soll ein Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abgelöst werden. Dem Vernehmen nach geht es dabei um etwa 80 Millionen Euro. Hinzu kommen ausstehende Mietzahlungen. Mehrere Vermieter hatten zuletzt beklagt, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Das Unternehmen begründete dies mit Liquiditätsschwankungen. Zudem wird Geld benötigt, um Ware für die Herbst- und Wintersaison zu bestellen.

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Dritte Insolvenz seit 2020

Galeria beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte der Konzern zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet, unter anderem wegen der finanziellen Schieflage des früheren Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. (mit dpa)

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