Pazifik

Treibstoffkrise: Pazifikstaaten wollen Energieverbrauch drosseln und langfristig planen

Beim Forum in Majuro setzen die Inselstaaten auf Vorsorge statt auf eine USA-Iran-Einigung. Energiepreise belasten pazifische Haushalte und Unternehmen.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Frachtschiffe im Majuro-Atoll der Marshallinseln: Steigende Treibstoffkosten belasten die Lieferketten pazifischer Inselstaaten.

Frachtschiffe im Majuro-Atoll der Marshallinseln: Steigende Treibstoffkosten belasten die Lieferketten pazifischer Inselstaaten.

© Bachmann/imago

Die Finanz- und Wirtschaftsminister der pazifischen Inselstaaten haben sich in der marshallischen Hauptstadt Majuro zum Abschluss ihres jährlichen Treffens auf einen langfristigen Umgang mit der Treibstoffkrise verständigt. Das berichtete das regionale Magazin Islands Business am Donnerstag. Im Mittelpunkt des Forums standen die Folgen geopolitischer Spannungen, Verwerfungen auf den Energiemärkten und klimabedingter Schocks.

David Paul, Finanzminister der Marshallinseln und Vorsitzender des Treffens, sagte, die gegenwärtige Lage erinnere ihn an die Energiekrisen von 2008 und während der Corona-Pandemie. Die nächste Krise werde nach Einschätzung der Minister jedoch zwei- bis dreimal so schwer ausfallen. Es bestehe Einigkeit, künftig vorbereitet zu sein, statt erneut nur zu reagieren.

Skepsis gegenüber Iran-US-Vereinbarung

Auf eine mögliche Konfliktbeilegung zwischen den USA und dem Iran wollen sich die Pazifikstaaten nach Angaben Pauls nicht verlassen. Die zwischen beiden Seiten geschlossene Absichtserklärung sei lediglich eine Vereinbarung, über ein Abkommen zu verhandeln, sagte er bei der Pressekonferenz des Treffens, wie der pazifische Nachrichtendienst PINA berichtete. Direkt nach der Unterzeichnung habe es weitere Angriffe gegeben.

Für kleine Inselstaaten am Ende globaler Lieferketten lasse sich darauf keine verlässliche Planung stützen. Die Regierungen müssten Energieverbrauch sowie den Einsatz von Strom und Kraftstoff weiter drosseln.

Paul verwies auf nationale Maßnahmen der Marshallinseln wie Steuerbefreiungen, eine Anhebung des Mindestlohns und ein bedingungsloses Grundeinkommen. Diese Schritte seien allerdings nur eine kurzfristige Linderung des strukturellen Problems der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

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Privatwirtschaft spürt steigende Kosten

Bei einem Gespräch mit Vertretern der Privatwirtschaft am Rande des Treffens stand laut PINA ebenfalls die Energiekrise im Mittelpunkt. Unternehmen in der gesamten Region klagten über steigende Kosten.

Der Generalsekretär des Pazifischen Inselforums, Baron Waqa, sagte, dass die Minister und Wirtschaftsvertreter auch über regionale Optionen für die Treibstoffversorgung und mögliche Raffineriekapazitäten, etwa in Papua-Neuguinea, gesprochen hätten. Zur Bewältigung finanzieller Belastungen verwies Paul auf das Projekt einer digitalen Staatsanleihe der Marshallinseln, das in Zusammenarbeit mit der Bank of Guam umgesetzt wird.

Im Anschluss an das Ministertreffen kam erstmals der Rat der Pacific Resilience Facility zusammen. Das von den Pazifikstaaten getragene Finanzierungsinstrument soll Klima- und Katastrophenvorsorge auf kommunaler Ebene unterstützen.

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