Die Geräuschkulisse von Freibädern ist wie eine Zeitkapsel. Mütter, die ihre Sprösslinge ermahnen, sich einzucremen, das Platschen, wenn Körper vom Sprungturm auf Wasser treffen, das Kreischen kleiner Kinder unter der kalten Dusche. Wer in den 90ern aufgewachsen ist, fühlt sich unmittelbar in diese Zeit zurückversetzt – ganz ohne Retro-Chichi, bloß mit Bockwurst aus dem Köcher und Pommes Schranke im Pappteller.
Kein Matcha-Latte-Grün, kein Influencer-Gesabbel, keine Selbstoptimierung, sondern Chlor, die Trillerpfeife des Bademeisters und trockenes Gras unter den Füßen. Sommerbäder sind kein Vabali oder Tropical Island. Freibäder waren lange Jahre Stützpunkte der Demokratie.
Kommentar
Bockwurst und Pommes Schranke bei 40 Grad: Der Kulturkampf entscheidet sich im Freibad
Freibäder sind die vielleicht letzte Bastion der Demokratie. Noch steht der Zaun, der sie schützt, doch er hat Lücken, meint unsere Autorin.
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Die Freibäder waren bei der Hitzewelle fast alle gerammelt voll: Auch in Zeiten der Tiktokisierung erfreuen sie sich großer Beliebtheit.
© imago/STL
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