Sechs Tote

Bluttat in Stade: Polizei prüft Zusammenhang mit Massenschlägerei

Vor wenigen Tagen prügelten 50 junge Männer aufeinander ein. Derzeit wird auch in Sozialen Medien über einen Zusammenhang mit den aktuellen Schüssen spekuliert. Was ist dran?

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In Stade, westlich von Hamburg, sind mehrere Menschen durch Schüsse getötet wurden.

In Stade, westlich von Hamburg, sind mehrere Menschen durch Schüsse getötet wurden.

© NWM-TV/dpa

Nach den Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in der niedersächsischen Stadt Stade am Montagmittag ist das Motiv noch völlig unklar. Laut Polizei gibt es sechs Tote, weitere Personen sind demnach verletzt worden. Bei den Getöteten handelt es sich um Erwachsene.

In der Einrichtung sind offenbar Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht. Bei der Tat handelt es sich Polizeiangaben zufolge um eine „Familientragödie“. Es soll keinen politischen oder extremistischen Hintergrund geben. In den sozialen Medien überschlagen sich die Reaktionen.

Der Hintergrund: Vor fünf Tagen kam es bereits zu einem größeren Polizeieinsatz in Stade. Der Polizei war auf dem Vorplatz eines anderen Jugendhauses an der Hohenfriedberger Straße eine körperliche Auseinandersetzung zwischen 40 und 50 Personen gemeldet worden. Beim Eintreffen der ersten Funkstreifenwagen hatten sich die Personen bereits verstreut und den Beamten wurde von lediglich verbalen Streitigkeiten berichtet.

Aus dem Auto gezogen und mit Schlägen traktiert

Gegen 21.55 Uhr erschienen zwei Männer auf der Polizeiwache in Stade, um eine Strafanzeige zu erstatten, welche mit der zuerst gemeldeten Auseinandersetzung zusammenhing. Eine zunächst verbale Streitigkeit um vermeintliche Schulden sei zu einer körperlichen Auseinandersetzung eskaliert.

Um 22.12 Uhr wurde der Polizei über den Notruf abermals eine größere Schlägerei im Bereich Hohenfriedberger Straße Ecke Grünendeicher Straße gemeldet. Zahlreiche Funkstreifen wurden zum Einsatzort entsandt. Ein Mann berichtete vor Ort, dass er von einer Personengruppe abgefangen und an der Weiterfahrt mit seinem VW Polo gehindert worden sei. Man habe ihn aus dem Auto gezogen, mit Schlägen traktiert und das Auto geraubt. Der Pkw konnte später von den Beamten in einer Nebenstraße wiedergefunden werden.

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Am Kreisverkehr vor dem Jugendhaus hatten sich zu diesem Zeitpunkt rund 150 Personen versammelt. Neben rund 150 Schaulustigen war eine unbekannte Zahl von Personen in eine körperliche Auseinandersetzung unter anderem mit Ästen und Besenstielen verwickelt. Unter den Beteiligten befanden sich auch die beiden Männer, die zuvor die Strafanzeige erstattet hatten.

Reizstoffe und Handschellen

Die Polizei setzte Pfefferspray ein, eine Person wurde vorübergehend in Handschellen gelegt. Den Einsatzkräften gelang es in der Folge, die Lage zu beruhigen. Den Anlass für die zweite, größere Auseinandersetzung hatte offenbar gegeben, dass eine der Streitparteien aus dem ersten Vorfall die andere Partei zur Rede stellen wollte.

Zur sicheren Versorgung von vier Leichtverletzten wurde ein Bereitstellungsraum für den Rettungsdienst am Staatsarchiv eingerichtet, welcher von der Polizei geschützt wurde. Alle Verletzten wurden später in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei zeigte nach eigenen Angaben verstärkte Präsenz am Stader Elbe Klinikum.

Nachdem die Polizei Platzverweise ausgesprochen hatte, löste sich die Personenansammlung im Altländer Viertel sukzessive auf. Beendet war der Einsatz gegen 23:45 Uhr. Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Körperverletzung, Raub und Landfriedensbruch, eingeleitet.

Ob der Vorfall nun mit den Schüssen in der Dankersstraße zusammenhängt, ist aber völlig unklar.

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