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Extremwetter

Verkehrschaos nach Hitzewelle: Darum fahren manche Leipziger Straßenbahnen immer noch nicht

Seit Tagen fahren die Straßenbahnen in Leipzig nicht – Grund ist die extreme Hitze vom Wochenende. Das steckt dahinter.

3 Min
Ausgetretene Fugenmasse sorgt für massive Einschränkungen im Leipziger Verkehr.

Ausgetretene Fugenmasse sorgt für massive Einschränkungen im Leipziger Verkehr.

© Roger Petzsche/Picture Point/imago

Die Rekordtemperaturen am Wochenende sorgen auch noch am Dienstag für Einschränkungen bei der Leipziger Straßenbahn. Das Ausmaß ist nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe „enorm“. Seit Samstag stehen die Straßenbahnen still, erst am Montag nahmen einzelne Linien den Verkehr teilweise wieder auf.

Die Fugenmasse zwischen Asphalt und Schienen wurde durch die Hitze weich und verklebte so die Weichen und die Straßenbahnräder. Aus Sicherheitsgrünen wurde sich entschieden, den Verkehr einzustellen.

Leipzig: Tagelang fahren keine Straßenbahnen

Die Auswirkungen auf den Verkehr waren erheblich. Auch zu Beginn der neuen Woche war kein regulärer Straßenbahnbetrieb möglich. Der Busverkehr wurde zwar weitgehend planmäßig aufrechterhalten, konnte den Ausfall der Straßenbahnen jedoch nur teilweise kompensieren. Da die Straßenbahnen zunächst nur abschnittsweise und im Pendelverkehr eingesetzt werden konnten, waren die gewohnten Linienführungen nicht verfügbar. Außerdem konnten die provisorischen Routen zunächst nicht über die üblichen Fahrgastinformationssysteme angezeigt werden, sodass Fahrgäste sich direkt an den Haltestellen informieren mussten.

Später am Montag wurde dann bekannt, dass die Linie 1 als erste Straßenbahnlinie im Pendelbetrieb zwischen dem Leipziger Westen und der Innenstadt wieder verkehren kann. Die LVB kündigten an, weitere Strecken nach erfolgreicher Reinigung und technischer Prüfung schrittweise wieder freizugeben, um den regulären Straßenbahnbetrieb möglichst bald wiederherzustellen.

Sind Fugen oder sogar Bremsen verklebt, kann es gefährlich werden. „Dann droht sogar Entgleisung“, so Ulf Middelberg, Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe.

Zwischen Stahlschienen und Asphalt befindet sich eine elastische Fuge. Diese soll Bewegungen ausgleichen, wenn sich Material bei Kälte zusammenzieht oder bei Kälte ausdehnt. Doch bei der tagelangen Hitze mit Temperaturen von über 40 Grad wurde die Masse zu weich. „Wenn es allerdings so intensiv Tag und nacht heiß ist und die Strahlung dazukommt ist diese Masse geschmolzen“, so Middelberg.

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Bürger sollen bei Reinigung von Straßenbahnen helfen

Seit dem Wochenende werden die Fugen, Bremsen und Weichen Tag und Nacht gereinigt. Eine Vielzahl von Fahrzeugen ist betroffen. Wie hoch der Schaden ist, ist noch unklar.

Am Dienstag riefen die Verkehrsbetriebe in den sozialen Medien die Bürger zur Mithilfe bei der Reinigung auf. „Unsere Kolleginnen und Kollegen geben seit Tagen alles. Zahlreiche Hilfsangebote von euch haben uns erreicht und jetzt zählt jede helfende Hand“. Mehrere Dutzend Leipziger halfe am Dienstag dabei, die Hitzeschäden an den vielen Straßenbahnschienen in der Stadt zu beheben. Insgesamt hätten über 50 Menschen dabei geholfen, die aus den Fugen gelaufene Masse von den Gleisen zu kratzen.

Die Verkehrsbetriebe wollen untersuchen, welche Abschnitte besonders betroffen waren und warm - auch für zukünftige Hitzewellen. Nicht überall seien die gleichen Schäden aufgetreten, so Middelberg.

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