Naturkatastrophe

Sechs Tage nach Erdbeben: Dreijähriges Kind in Venezuela gerettet

Mehrere Tage nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela werden weiterhin Überlebende gefunden. Darunter ist auch ein dreijähriger Junge.

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Rettungskräfte durchsuchen Trümmer in Venezuela.

Rettungskräfte durchsuchen Trümmer in Venezuela.

© Pedro Mattey/AP

Sechs Tage nach den beiden schweren Erdbeben in Venezuela ist ein dreijähriger Junge lebend aus den Trümmern geborgen worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf jordanische Rettungskräfte. Das Kind sei in ein Krankenhaus gebracht worden.

Noch immer läuft in Venezuela die Suche nach Überlebenden. Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, berichtete am Dienstag auf X von Versuchen, einen 44-jährigen Mann zu retten, der unter den Trümmern eines Einkaufszentrums gefangen sei. „Es ist uns gelungen, ihn mit Flüssigkeit zu versorgen, sodass wir weiterhin darauf hoffen, dass diese Rettungsaktion erfolgreich verläuft“, schrieb Bukele. Außerdem sei ein Hund gerettet worden, der auf den Namen Giselle höre.

Erdbeben in Venezuela: Mehr als 1900 Tote

Nach offiziellen Angaben starben bei den beiden Beben am 24. Juni mehr als 1900 Menschen. Der Präsident der venezolanischen Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, sprach laut AFP von 1943 Toten und mehr als 10.500 Verletzten. Zehntausende Menschen werden weiter vermisst.

Laut Rodríguez wurden bisher 6461 Menschen geborgen, jedoch liege die Zahl der Geretteten wahrscheinlich höher, wenn man Menschen einbeziehe, die sich aus eigener Kraft oder mit Hilfe von Angehörigen befreien konnten. Die beiden Beben mit den Stärken 7,2 und 7,5 hatten sich laut AFP am vergangenen Mittwoch im Abstand von 39 Sekunden ereignet. Es habe dutzende Nachbeben gegeben.

Suche nach Vermissten in Venezuela

Hilfsorganisationen betonen laut AP, dass die ersten 72 Stunden nach einer Naturkatastrophe die kritische Phase für Rettungsarbeiten seien. Bei Zugang zu Nahrung und Wasser sei jedoch ein längeres Überleben möglich. Die amtierende venezolanische Präsidentin Delcy Rodríguez teilte dem Bericht zufolge am Montag einen Beitrag auf X, der zeigte, wie ein Mann nach 43-stündiger Suche aus Trümmern geborgen wurde. „Jedes gerettete Leben ist ein Sieg der Hoffnung“, schrieb sie.

AP und Reuters berichteten von Betroffenen und Helfern, die unter anderem über langsame staatliche Hilfe und fehlende Ausrüstung bei Rettungsarbeiten klagten. Jorge Rodríguez führte jegliche Wut gegen die Regierung laut Reuters auf Misinformationen zurück. „Glauben Sie nicht an Gerüchte“, sagte er demnach und rief dazu auf, nur offiziellen Informationen zu vertrauen. Nach Angaben von Rodríguez seien 15 Notunterkünfte und 50 provisorische Lager im stark betroffenen Bundesstaat La Guaira eingerichtet worden.

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Internationale Unterstützung

Dutzende Länder haben laut AP Unterstützung zugesagt. Ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums sagte dem Bericht zufolge, dass 300 Einsatzkräfte aus den USA vor Ort seien. Täglich landeten zwei Dutzend Militärtransportflugzeuge vom Typ C-17 mit Hilfsgütern. Die US-Finanzhilfe überschreite inzwischen 300 Millionen Dollar.

Die Vereinten Nationen gehen laut AP davon aus, dass bis zu 6,8 Millionen der knapp 30 Millionen Einwohner Venezuelas von den Folgen des Bebens betroffen sein könnten. Das Venezolanische Rote Kreuz rechnet damit, in den kommenden zwei Jahren mindestens 300.000 Menschen versorgen zu müssen. (mit AFP)

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