Polarregion

Neue Arktis-Strategie: Japan reagiert auf wachsende geopolitische Bedeutung

Japan überarbeitet erstmals seit 2015 seine Strategie für die Polarregion. Welche Themen dabei im Mittelpunkt stehen sollen.

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Häuser auf den norwegischen Lofoten im Polarkreis

Häuser auf den norwegischen Lofoten im Polarkreis

© Alfredo Ruiz/imago

Angesichts der zunehmenden strategischen Bedeutung der Arktis will die japanische Regierung ihre Politik für die Polarregion erstmals seit zehn Jahren überarbeiten. Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

Geplant sind grundlegende Änderungen im Haushaltsjahr 2027, wie Ministerpräsidentin Sanae Takaichi am Montag bei einer Sitzung des Hauptquartiers für Meerespolitik in Tokio ankündigte.

„Die Bedeutung der Arktis nimmt angesichts wachsender geopolitischer Bedenken sowie potenzieller Ressourcen und Wasserwege zu“, sagte Takaichi laut Jiji Press. Sie wies den Staatsminister für Meerespolitik, Jiro Akama, an, die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich voranzutreiben.

Forschungsschiff als internationale Plattform

Ein zentraler Punkt der neuen Strategie ist nach Angaben der Zeitung The Japan News der Einsatz des Forschungsschiffs „Mirai II“ der japanischen Agentur für Meeres- und Erdwissenschaften (Jamstec). Das Schiff soll im laufenden Haushaltsjahr in Dienst gestellt werden und ist als erstes japanisches Forschungsschiff in der Lage, Meereis zu durchbrechen. Es soll mit Unterwasserdrohnen zur Untersuchung der Eisdicke sowie mit Ballons zur Wetterbeobachtung ausgestattet werden.

Die Regierung plant laut The Japan News, die „Mirai II“ als internationale Forschungsplattform einzusetzen und ausländischen Wissenschaftlern Plätze an Bord anzubieten. Damit sollen auch neue Seerouten erkundet werden, die durch das Abschmelzen des Eises entstehen.

Reaktion auf China und Russland

Hintergrund der Neuausrichtung sind nach Angaben von Jiji Press verstärkte Aktivitäten Chinas und Russlands in der Region, insbesondere bei der Sicherung von Seerouten und der Rohstoffförderung. Japan wolle dieser Entwicklung durch eine engere Kooperation mit den USA und weiteren befreundeten Staaten begegnen.

Auch die Nato hatte zuletzt ihre Präsenz in der Arktis verstärkt. Nach Angaben des Bündnisses wurde im Februar 2026 die Militäraktivität „Arctic Sentry“ gestartet, im Juni 2026 folgte die Einrichtung einer multinationalen Truppe in Finnland. Sieben der acht Arktis-Staaten sind Nato-Mitglieder. Japan gilt als Partnerland des Bündnisses.

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Bei der Sitzung in Tokio sprach Takaichi laut The Japan News zudem über den Abbau seltener Erden im Meeresboden vor der Insel Minami-Torishima, dem östlichsten Punkt Japans. Im kommenden Jahr sollen dort Versuche zur Wirtschaftlichkeit des Projekts beginnen.

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