Es ist ein alter Trick des Pop-Philosophen Slavoj Žižek, seine Vorträge fünf Minuten früher zu beginnen als angekündigt: Die Zuspätkommer fühlten sich schuldig und seien ihm automatisch gewogen. Dass Nick Cave und The Bad Seeds die Waldbühne deshalb schon um fünf vor halb acht stürmen, ist unwahrscheinlich – gewogen ist dem Mann, der sein Publikum früher auch mal beschimpfte, längst jeder, gerade in seiner alten Heimat.
Wahrscheinlicher ist es da schon, dass er eine Verabredung mit seinem Berliner Weggefährten Blixa Bargeld hat, um das WM-Spiel Frankreich–Schweden zu gucken. So mancher rätselte ja, ob es vielleicht einen Gastauftritt von Bargeld geben würde. Gab es nicht – genauso wenig wie den Hit „Where the Wild Roses Grow“, Caves skandalumwittertes Mörderballaden-Duett mit Kylie Minogue, bei dem Bargeld übrigens das Demo eingesungen hatte. Das war es dann aber schon mit den Enttäuschungen an diesem Abend.
Konzert
Seit 1989 nicht gespielt: Nick Cave überrascht seine alte Heimat Berlin mit einem 40 Jahre alten Song
Ein Rockstar in Hochform: Nick Cave begeistert in der Berliner Waldbühne mit Gospel-Wucht, Kung-Fu-Kicks und einer echten Setlist-Sensation.
5 Min
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Nick Cave in der Waldbühne: Immer wieder geht der Rockstar im Dreiteiler mit seinen Fans auf Tuchfühlung.
© christina kratsch
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