Astronomie

Planeten-Hopping: Bakterien könnten Flug zum Mars überleben

Gibt es Leben nur auf der Erde? Oder auch auf anderen Planeten im Universum? Zumindest theoretisch scheint eine Ausbreitung von einfachen Lebensformen von einem Planeten zum anderen möglich.

Till Mundzeck
3 Min
Auf der Außenseite der ISS fanden Experimente mit strahlungsresistenten Bakterien statt.

Auf der Außenseite der ISS fanden Experimente mit strahlungsresistenten Bakterien statt.

© JAXA/NASA

Die Wissenschaftler hatten für ihre Untersuchung verschieden große Kolonien der ausdauernden Bakterien bis zu drei Jahre außen auf der ISS montiert und den harschen Umgebungsbedingungen dort ausgesetzt. Wie die Beobachtung zeigte, starben zwar die Bakterien an der Oberfläche der Kolonie, sie bildeten aber einen Schutzschild für die darunter liegenden Mikroben. Aus den Überlebensraten nach ein, zwei und drei Jahren schließen die Forscher, dass eine Kolonie mit einer Dicke von mehr als einem halben Millimeter 15 bis 45 Jahre auf der Außenhaut der ISS überleben würde.

Die Bedingungen im Orbit der Raumstation sind noch vergleichsweise mild verglichen mit dem interplanetaren Raum. Hochrechnungen der Forscher zufolge könnte dort eine ungeschützte Kolonie mit einer Dicke von einem Millimeter immerhin bis zu acht Jahre überstehen. „Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass strahlungsresistente Deinokokken die Reise von der Erde zum Mars oder andersherum überleben könnten, die einige Monate bis Jahre auf der kürzesten Bahn dauert“, erläutert Yamagishi.

Bakterienkolonien am Raumschiff könnten mehrere Jahre überstehen

Nicht geklärt ist damit allerdings, wie die Bakterienkolonien Start und Landung bewältigen und überleben. Dennoch gibt die Studie der Theorie der Panspermie neuen Auftrieb. Sie geht davon aus, dass sich das Leben im Weltall von einem Himmelskörper zum nächsten ausbreitet. „Der Ursprung des Lebens ist das größte Rätsel der Menschheit“, betont Yamagishi. „Forscher haben ganz unterschiedliche Ansichten davon: Manche glauben, dass Leben sehr selten ist und nur einmal im Universum entstanden ist, während andere meinen, dass Leben auf jedem passenden Planeten entstehen kann. Wenn die Panspermie möglich ist, muss Leben viel häufiger sein, als wir bislang gedacht haben.“

Eine ganz andere Herausforderung als das Planeten-Hopping in unserem eigenen Sonnensystem wäre für die Mikroben allerdings die Reise zu anderen Sonnensystemen. Zwar legen frühere Studien nahe, dass Bakterien geschützt etwa in einem Asteroiden noch viel länger im Weltall überdauern können, allerdings ist selbst das nächste Sonnensystem, Proxima Centauri, bereits 4,2 Lichtjahre entfernt. Das sind knapp 40 Billionen Kilometer und damit rund 700.000-mal mehr als die kürzeste Distanz zum Mars – diese Reise würde viele Jahrtausende dauern. (dpa/fwt)

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