Solarförderung

Einspeisevergütung vor dem Aus: Solaranlagen könnten Hausbesitzer bis zu 277 Euro mehr kosten

Wirtschaftsministerin Reiche will die feste Vergütung für Solarstrom streichen. Eine Denkfabrik warnt jetzt vor teuren Folgen für Privathaushalte.

3 Min
Agora warnt vor Mehrkosten durch das Ende der Einspeisevergütung.

Agora warnt vor Mehrkosten durch das Ende der Einspeisevergütung.

© Sven Hoppe/dpa

Die Denkfabrik Agora Energiewende hat vor deutlichen Mehrkosten für Eigentümer kleiner Solaranlagen durch die geplante Abschaffung der festen Einspeisevergütung gewarnt. Nach Berechnungen der Denkfabrik könnten auf Privathaushalte jährlich zwischen 185 und 277 Euro zusätzliche Kosten zukommen, wie aus einer aktuellen Analyse hervorgeht. Die Streichung der Vergütung ist ein Vorhaben von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).

Nach den Plänen Reiches sollen Betreiber privater Solaranlagen ihren Strom künftig über die sogenannte Direktvermarktung verkaufen. Dabei schließen Eigentümer einen Vertrag mit einem Dienstleister, der den Strom an der Börse veräußert und dafür eine Gebühr erhebt. Alternativ könnten Haushalte den erzeugten Strom vollständig selbst verbrauchen. Der noch innerhalb der Bundesregierung abgestimmte Gesetzentwurf sieht eine Übergangsfrist bis 2029 vor.

Vermarktungsgebühren zu hoch

Agora Energiewende hält diese Frist für zu kurz. Die derzeitigen Vermarktungsgebühren von rund 140 Euro pro Jahr seien für Privathaushalte nicht wirtschaftlich, notwendig seien eher 50 Euro. Die Denkfabrik schlägt vor, die Einspeisevergütung um drei weitere Jahre bis 2030 zu verlängern und erst dann in die Direktvermarktung einzusteigen.

„Kleine PV-Dachanlagen stehen an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit. Doch die vom Gesetzgeber vorgesehene Direktvermarktung ist derzeit noch komplex und teuer für Privathaushalte“, sagte Julia Bläsius, Direktorin von Agora Energiewende Deutschland. Erst müssten die Voraussetzungen für günstige Angebote geschaffen werden.

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Noch ungünstiger falle die Rechnung für Haushalte aus, die keinen Strom einspeisen. Diese müssten mit Mehrkosten zwischen 281 und 333 Euro pro Jahr rechnen. Eine Studie des Berliner Instituts Aquu komme zu dem Ergebnis, dass sich solche Anlagen erst nach bis zu 30 Jahren amortisieren, gegenüber rund 15 Jahren bei herkömmlichen Anlagen.

Milliardenkosten für den Bund

Die feste Einspeisevergütung kostet den Bundeshaushalt derzeit rund acht Milliarden Euro jährlich. Bis 2035 dürften diese Kosten auch ohne Reform automatisch auf etwa 1,5 Milliarden Euro sinken, da ältere Anlagen aus der 20-jährigen Förderung fallen. Eine Verlängerung der Vergütung für Neuanlagen bis 2030 würde nach Angaben von Agora zusätzlich rund 160 Millionen Euro kosten.

Der Vorschlag Reiches ist noch nicht beschlossen. Die SPD lehnt eine pauschale Streichung der Einspeisevergütung für kleine Anlagen ab, die Verhandlungen innerhalb der Koalition dauern an.

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