In Spanien sind im Juni nach vorläufigen Berechnungen 1029 Menschen an den Folgen hoher Temperaturen gestorben. Das geht aus dem täglichen Sterblichkeitsmonitor MoMo des Gesundheitsinstituts Carlos III hervor. Es ist der höchste je für einen Juni erfasste Wert. Der bisherige Höchststand aus dem Juni 2017 lag bei 1000 hitzebedingten Todesfällen.
Allein während der ersten Hitzewelle des Jahres zwischen dem 21. und 25. Juni wurden nach Angaben des Systems 353 Todesfälle registriert. Nahezu alle Verstorbenen waren älter als 65 Jahre, 720 von ihnen älter als 85. Frauen waren mit 624 Todesfällen stärker betroffen als Männer mit 405. Mehr als 97 Prozent der Sterbefälle stehen laut MoMo im Zusammenhang mit der Verschlimmerung bereits bestehender Erkrankungen und nicht mit direkten Hitzeschlägen.
Zweitwärmster Juni seit Beginn der Messreihe
Der spanische Wetterdienst AEMET stufte den vergangenen Monat als zweitwärmsten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961 ein. Die Durchschnittstemperatur lag 3,2 Grad über dem üblichen Wert. Übertroffen wurde er nur vom Juni 2025. Die 13 wärmsten Junimonate der Messreihe entfallen laut AEMET allesamt auf das 21. Jahrhundert.
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Auf dem Höhepunkt der Hitzewelle am 23. Juni waren nach AEMET-Angaben statistisch 35,7 Millionen Menschen gesundheitlichen Risiken durch die Hitze ausgesetzt, das entspricht rund 73 Prozent der Bevölkerung. Für 38 Prozent von ihnen bestand ein hohes Risiko. An Messstationen wurden im Juni 165 neue Höchstwerte bei den Tageshöchsttemperaturen registriert, davon 20 Allzeitrekorde. Zudem fielen 225 Rekorde bei den nächtlichen Tiefstwerten.
Häufigere Hitzewellen zu Sommerbeginn
Seit 1975 gab es nach AEMET-Zählung zwölf Hitzewellen im Juni, sechs davon in den vergangenen zehn Jahren. Laut AEMET-Sprecher Rubén del Campo treten Hitzewellen zu Sommerbeginn häufiger auf als früher. Die erste Hitzewelle dieses Sommers sei im Norden Spaniens auch wegen ihrer Dauer und Beständigkeit außergewöhnlich gewesen.
Die Werte von MoMo sind vorläufig. Das System vergleicht die gemeldeten Sterbefälle mit den statistisch erwarteten Werten und berücksichtigt dabei die von AEMET übermittelten Temperaturdaten.
Opferzahlen zu Hitzewellen beruhen meist auf der sogenannten Übersterblichkeit: Verglichen wird, wie viele Menschen während der Hitze starben und wie viele Todesfälle ohne Extremtemperaturen zu erwarten gewesen wären. So werden auch Fälle erfasst, in denen Hitze Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen verschärfte, ohne als Todesursache vermerkt zu sein.
Die Zahlen zeigen daher vor allem die zusätzliche Gesundheitsbelastung einer Hitzewelle. Seit dem Start des nationalen Hitzeschutzplans am 15. Mai zählte Spanien insgesamt 1152 temperaturbedingte Todesfälle.
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