Kanada wird 2027 zum ersten Mal am Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen. Das teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Mittwoch mit. Ausgetragen wird der Wettbewerb im kommenden Jahr in Bulgarien, das den ESC 2026 in Wien gewonnen hatte. Kanada ist damit das erste neue Teilnehmerland seit Australien im Jahr 2015.
Kanada ist zur Teilnahme berechtigt, weil der öffentlich-rechtliche Sender CBC/Radio-Canada in der vergangenen Woche bei der 96. Generalversammlung der EBU in Prag zum Vollmitglied aufgenommen wurde. Zuvor war der Sender seit 1950 assoziiertes Mitglied. Kanada wird 2027 zunächst in den Halbfinalshows antreten.
Hohe Resonanz in Kanada
Marie-Philippe Bouchard, Präsidentin und Vorstandsvorsitzende von CBC/Radio-Canada, erklärte laut Reuters, die Teilnahme werde es „kanadischen Talenten ermöglichen, sich auf einer der traditionsreichsten Musikbühnen der Welt zu präsentieren“. Fans in Kanada könnten den Wettbewerb weiterhin verfolgen und abstimmen – mit dem zusätzlichen Reiz, das eigene Land vertreten zu sehen. Details zur Auswahl des kanadischen Beitrags sollen laut EBU später in diesem Jahr bekanntgegeben werden.
Kanadische Künstler haben bereits mehrfach für andere Länder am ESC teilgenommen. Am bekanntesten ist Céline Dion, die 1988 in Dublin für die Schweiz gewann. Laut EBU gehörten Kanadier beim Eurovision Song Contest in diesem Jahr zu den größten Ticketkäufern außerhalb Europas. Der ESC 2026 erreichte Reuters zufolge weltweit rund 130 Millionen Zuschauer.
Die Veranstaltung war laut Reuters in diesem Jahr aufgrund eines Boykotts durch Spanien, Irland, die Niederlande, Island und Slowenien gegen die Teilnahme Israels in eine Krise geraten. Russland ist seit dem Beginn des Kriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 vom ESC ausgeschlossen.
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