Nach dem frühen Ausscheiden bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat sich die deutsche Nationalmannschaft bei ihren Fans bedankt und zugleich diskriminierende Kommentare im Internet zurückgewiesen. Parallel wird über die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann diskutiert.
„Der Kritik an unseren Leistungen stellen wir uns. Sie ist berechtigt und gehört zum Sport. Hass aber gehört nicht dazu. Rassismus und andere Diskriminierungen akzeptieren wir nicht“, heißt es in einem Beitrag auf dem Instagram-Konto der Nationalmannschaft. Der Fußball stehe für Gemeinschaft, nicht für Spaltung. Zugleich räumte das Team ein, es habe „nicht besser hinbekommen“ zu zeigen, was in der Mannschaft stecke. Das Team von Nagelsmann war im Sechzehntelfinale mit 3:4 im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert.
Klopp als möglicher Nachfolger im Gespräch
Der frühere DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff sprach sich bei Sky für Jürgen Klopp als möglichen Nachfolger Nagelsmanns aus. Klopp sei „eine große Persönlichkeit“ und könne ein ganzes Land mitreißen, sagte Bierhoff. Klopp selbst, seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für Red Bull tätig, äußerte sich bei MagentaTV nicht zu einem möglichen Wechsel, sondern richtete den Blick auf das weitere Turnier. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte angekündigt, in Ruhe über die nächsten Schritte zu beraten. Nagelsmann hat erklärt, seinen Vertrag bis 2028 erfüllen zu wollen.
Lahm, Schweinsteiger und Kahn fordern Grundsatzdebatte
Der frühere Weltmeisterkapitän Philipp Lahm forderte bei den BMW International Open eine grundlegende Aufarbeitung. Es sei das dritte WM-Aus in Folge vor dem Achtelfinale. Deutschland brauche eine klare Spielidee, wie sie Spanien, Frankreich oder Argentinien vorlebten. ARD-Experte Bastian Schweinsteiger beklagte den Verlust von „Robustheit, Identität, Kampf“. Deutschland sei derzeit „Mittelmaß“.
Der frühere Welttorhüter Oliver Kahn schrieb bei LinkedIn, drei Bundestrainer seien am selben Punkt gescheitert. Die Ursache liege tiefer: Den Spielern fehle die Bereitschaft, in entscheidenden Momenten Verantwortung zu übernehmen. Als Beleg führte er an, dass Kapitän Joshua Kimmich vor dem Elfmeterschießen nach freiwilligen Schützen gesucht habe.
Der Handel reagierte unterdessen mit Preissenkungen bei den WM-Trikots. Wie eine Stichprobe bei mehreren Online-Händlern zeigt, ist das Heimtrikot statt für 100 Euro nun für 60 bis 80 Euro erhältlich. (mit dpa)
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