Tiger-Drama

Polizeieinsatz bei der „Tigerkönigin“: Behörde nimmt Carmen Zander sechs Tiger weg

Mit Polizeischutz hat das Landratsamt Nordsachsen sechs Tiger der „Tigerkönigin“ Carmen Zander beschlagnahmt. Die Tiere reisen nun nach Spanien.

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Sechs der acht Tiger aus Dölzig treten nun die Reise nach Spanien an. In der Auffangstation von AAP sollen sie artgerecht untergebracht werden. (Symbolbild)

Sechs der acht Tiger aus Dölzig treten nun die Reise nach Spanien an. In der Auffangstation von AAP sollen sie artgerecht untergebracht werden. (Symbolbild)

© Imago

Das Landratsamt Nordsachsen hat am Mittwoch sechs Tiger aus einem provisorischen Gehege in Dölzig bei Schkeuditz beschlagnahmt. Rund 25 Polizisten sicherten das Gelände weiträumig ab, während Tierärzte und Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Animal Advocacy and Protection (AAP) die Raubkatzen für den Abtransport vorbereiteten.

Die Tiere gehören der Dompteurin Carmen Zander, die als „Tigerkönigin“ bekannt wurde. Zwei ihrer acht Tiger darf sie behalten – für mehr bietet die Anlage nach Einschätzung des Veterinäramts schlicht nicht genug Platz.

Sediert, gechipt, verladen

Die Aktion lief nach einem festen Ablauf: Die Tiger wurden zunächst sediert, anhand implantierter Chips identifiziert und von mehreren Tierärzten untersucht. Erst als ihre Transportfähigkeit feststand, kamen sie in Spezialboxen.

Zwei für europaweite Tiertransporte zugelassene Fahrzeuge bringen die Tiere nun in die AAP-Auffangstation im spanischen Villena. Ein Tierarzt begleitet die Fahrt.

Frist am 30. Juni abgelaufen

Der Zwangsmaßnahme ging ein langer Behördenstreit voraus. Bereits seit 2024 hatte das Veterinäramt die Halterin wiederholt aufgefordert, die Gehege zu vergrößern. Mit Bescheid vom 1. April setzte die Behörde eine letzte Frist bis zum 30. Juni – vergeblich.

Für zusätzlichen Druck sorgte ein Vorfall Mitte Mai: Ein Tiger brach aus der Anlage aus und verletzte einen 72 Jahre alten Helfer schwer. Die Polizei erschoss das Tier. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und Proteste von Tierschutzorganisationen befeuert.

Zander sieht sich im Recht

Die Dompteurin widerspricht der Darstellung der Behörde. In der MDR-Sendung „Fakt ist!“ erklärte Zander, sie habe die Gehege längst auf Zoo-Niveau vergrößert und damit die Richtlinien erfüllt. Sie fordert die Genehmigung zurück, wieder Tiger zu halten und mit Tierschauen Geld zu verdienen.

Rückendeckung bekam sie von der Wildtierärztin Kerstin Alexandra Dörnath: „Die Tiere sind in einem sehr guten Zustand“, bescheinigte sie der Halterin.

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