85 Prozent der Deutschen haben sich dafür ausgesprochen, dass Europa seine wirtschaftlichen Beziehungen stärker auf mehr Partnerländer verteilt, um weniger abhängig von den USA und China zu sein. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung hervor. Lediglich fünf Prozent der 5000 Befragten lehnten diese Aussage ab, jeder Zehnte äußerte sich unentschieden. Die Erhebung fand zwischen dem 16. und 19. Juni statt.
Energie, Arzneimittel und Verteidigung im Fokus
Auf die Frage, in welchen Bereichen Europa besonders unabhängiger von anderen Staaten werden sollte, nannte jeder zweite Befragte den Energiesektor. 45 Prozent priorisierten Arzneimittel, 40 Prozent die Verteidigungstechnologie. Mehrfachnennungen waren möglich.
Auch bei Halbleitern und Chips sehen 32 Prozent der Teilnehmer Handlungsbedarf. Bei Künstlicher Intelligenz hält jeder Fünfte eine stärkere europäische Unabhängigkeit für wichtig.
Uneinigkeit bei höheren Kosten
Weniger eindeutig fällt das Meinungsbild aus, wenn mehr Unabhängigkeit mit höheren Kosten verbunden wäre. Der Aussage, die Politik solle kurzfristig höhere Kosten für Unternehmen und Verbraucher in Kauf nehmen, damit Europa langfristig wirtschaftlich unabhängiger werde, stimmten laut Civey 47 Prozent der Deutschen ganz oder eher zu. 33 Prozent lehnten dies ab, jeder Fünfte zeigte sich unentschieden. (mit dpa)
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