Klinikum

Brand im Krankenhaus Ludwigslust: Landkreis nennt Schadenssumme

Nach dem Feuer im LUP-Klinikum Helene von Bülow wurde mittlerweile mithilfe einer Gerüstbaufirma ein zweites Notdach errichtet. Der Krankenhausbetrieb läuft wieder.

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Nach einem Feuer im LUP Klinikum Ludwigslust wurde mithilfe eines Krans ein zweites Notdach errichtet. Beim Brand des Dachstuhls des Krankenhauses am 2.7.2026 kamen zwei Menschen ums Leben.

Nach einem Feuer im LUP Klinikum Ludwigslust wurde mithilfe eines Krans ein zweites Notdach errichtet. Beim Brand des Dachstuhls des Krankenhauses am 2.7.2026 kamen zwei Menschen ums Leben.

© Helena Dolderer/dpa

Nur 30 Stunden nach dem verheerenden Großbrand ist das Dach des LUP-Klinikums Helene von Bülow in Ludwigslust provisorisch geschlossen. Zwei Notdächer schützen das durch das Feuer ausgebrannte Dach seit Freitagmittag vor Regen. Die Gerüstbaufirma Sörgel und Bunsen aus Fahrbinde hatte bereits bis zum Donnerstagabend in Rekordzeit ein Gerüst hochgezogen, um die vom Land bereitgestellten Spezialplanen provisorisch über das Dach zu legen.

Notdach durch regionale Firma in Rekordzeit errichtet

„Bis heute Mittag hat die Firma Sörgel und Bunsen ein Kassettendach errichtet und darüber ein zweites Notdach gelegt“, erklärte Kreissprecherin Sabrina Panknin am Freitag. Mit dieser Einhausung werde das Krankenhaus wahrscheinlich auch über den Winter kommen müssen.

Nach ersten Begutachtungen durch Bausachverständige beläuft sich die Schadenshöhe einschließlich möglicher Folgeschäden auf zehn bis zwölf Millionen Euro, teilt die Kreissprecherin mit.

Die Fraktionsvorsitzenden des Kreistages haben am Donnerstagabend gemeinsam mit Landrat Stefan Sternberg (SPD) vereinbart, in der kommenden Woche kurzfristig eine außerordentliche Sitzung des Kreisausschusses einzuberufen. Dort sollen notwendige Entscheidungen getroffen werden, um schnell finanzielle Mittel für die Sanierung des beschädigten Gebäudes bereitzustellen. Auch Gespräche über eine finanzielle Unterstützung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern haben begonnen. Das Klinikum Helene von Bülow ist Teil der LUP-Kliniken, die vom Landkreis Ludwigslust-Parchim getragen werden.

Klinik wieder im Regelbetrieb – außer Herzkatheterlabor

Das Krankenhaus arbeitet inzwischen nahezu wieder im Regelbetrieb. „Wir sind für unsere Patientinnen und Patienten da. Niemand muss die Sorge haben, dass das Krankenhaus in Ludwigslust geschlossen ist“, sagte Geschäftsführer Alexander M. Gross. Mit Ausnahme des Linksherzkatheterlabors sei der Standort wieder voll leistungsfähig. Bereits seit Donnerstag, 13 Uhr, ist auch die Notaufnahme wieder geöffnet.

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Vorerst außer Betrieb bleibt das Herzkatheterlabor. Nach Angaben von Landrat Sternberg wird derzeit geprüft, ob die empfindliche Medizintechnik durch das Löschwasser beschädigt wurde. Erst nach Abschluss der Untersuchungen soll entschieden werden, wann der Bereich wieder in Betrieb geht. Das könne noch einige Tage dauern, erklärte der Ärztliche Direktor Dr. Matthias Endler. Er dankte den umliegenden Krankenhäusern für die Unterstützung bei der Versorgung der Patienten.

Großeinsatz bei dem Brand mit dramatischen Szenen

Am frühen Morgen des 2. Juli war in einem Patientenzimmer des Krankenhauses in Ludwigslust ein Feuer ausgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich gut 100 Personen in dem Gebäude, davon 86 Patienten. Trotz eines Großeinsatzes von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften kamen zwei Patienten ums Leben, eine weitere Person erlitt eine Rauchgasvergiftung.

Der Dachstuhl des Krankenhauses in Ludwigslust brannte. Zwei Menschen starben.

Der Dachstuhl des Krankenhauses in Ludwigslust brannte. Zwei Menschen starben.

© Ralf Drefin/SWM DV Studio/dpa

In einem teilweisen dramatischen Einsatz, an dem etwa 90 Feuerwehrleute und 40 Polizisten beteiligt waren, wurden zunächst die Patienten gerettet. Da durch die Rauchentwicklung die Treppenhäuser teilweise nicht mehr genutzt werden konnten, mussten einige über Drehleitern evakuiert werden. Erst nach der Menschenrettung konnten die Flammen bekämpft werden. Kurz nach 8 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Zeitweise war in den Medien von 34 Verletzten die Rede, doch diese Zahl erwies sich als nicht richtig. Sie kam wahrscheinlich zustande, weil mehrere Patienten nach ihrer Rettung untersucht wurden, doch sie wurden als unverletzt eingestuft.

Polizei schließt technischen Defekt als Brandursache aus

Nach Angaben der Polizei können nach derzeitigem Stand sowohl ein technischer Defekt als auch vorsätzliche Brandstiftung ausgeschlossen werden. Wodurch das Feuer ausgelöst wurde, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Bei einem der Brandopfer soll es sich um einen 85-jährigen Mann handeln, der in dem Zimmer lag, in dem das Feuer ausbrach. Die Identität des zweiten Toten wird noch untersucht, er soll im Nachbarzimmer gelegen haben.

Am kommenden Montag lädt die Diakonie Westmecklenburg-Schwerin gemeinsam mit der Klinikseelsorge und der Stadtkirchengemeinde zu einem öffentlichen Gottesdienst in die Ludwigsluster Stiftskirche ein. Die Andacht beginnt um 12 Uhr und soll Gelegenheit zum Gedenken und Innehalten geben.

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