Nato-Gipfel

Merz kontert Trumps Kritik an Verteidigungsausgaben im Telefonat

Der US-Präsident hatte die Militärausgaben europäischer Verbündeter als „lächerlich“ bezeichnet. Aus dem Kanzleramt heißt es nun, Trumps Zahlen seien veraltet.

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Merz telefonierte mit Trump.

Merz telefonierte mit Trump.

© IMAGO/Christian Spicker

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat die Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben dargelegt. In dem bereits am Freitagnachmittag geführten Gespräch habe Merz deutlich gemacht, dass die von Trump auf der Plattform Truth Social genannten Zahlen zu den Ausgaben der europäischen Verbündeten nicht aktuell seien, hieß es gegenüber der Deutschen Presse-Agentur aus Regierungskreisen. Trump hatte die Ausgaben von Deutschland, Großbritannien und Italien auf Grundlage dieser Zahlen als „lächerlich“ bezeichnet.

Merz hatte bereits am Freitag auf einer Pressekonferenz erklärt, Deutschland verdopple seine Verteidigungsausgaben innerhalb von vier Jahren. „Das ist die größte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Insofern brauchen wir uns hier vor niemandem zu verstecken“, sagte der Kanzler. Das werde er beim Nato-Gipfel in Ankara am Dienstag und Mittwoch „auch in aller Bescheidenheit zum Ausdruck bringen“.

Fünf-Prozent-Ziel bis 2035 vereinbart

Unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und auf Drängen Trumps hatte die Nato im vergangenen Jahr beim Gipfel in Den Haag vereinbart, künftig mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren. Hinzukommen sollen weitere 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Ausgaben wie Infrastruktur. Insgesamt sollen so spätestens ab 2035 jährlich fünf Prozent des BIP in Verteidigung und Sicherheit fließen – so viel wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Deutschland will diese Marke bereits 2029 erreichen.

Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen haben allein die europäischen Alliierten ihre Verteidigungsausgaben in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 100 Milliarden Euro erhöht. Deutschland habe seine Ausgaben in diesem Zeitraum um etwa 25 Milliarden auf 124 Milliarden Euro gesteigert. (mit dpa)

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