US-Präsident Donald Trump hat am Rande des Nato-Gipfels in Ankara angekündigt, den Handel der Vereinigten Staaten mit Spanien zu beenden. Er habe seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, entsprechende Schritte einzuleiten, sagte Trump nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters an der Seite von Nato-Generalsekretär Mark Rutte.
Spanien sei ein „schrecklicher Partner“ im Bündnis. „Ich will keine Geschäfte mit ihnen“, sagte Trump. An Bessent gewandt fügte er hinzu: „Nehmt es sofort in Angriff. Redet nicht einmal mit ihnen.“ Bessent antwortete den Angaben zufolge mit „Ja, Sir“.
Streit um Verteidigungsausgaben und Iran-Krieg
Trump begründete seinen Vorstoß laut Reuters mit anhaltendem Unmut über die spanische Regierung. Madrid habe sich dem neuen Nato-Ziel verweigert, wonach die Mitgliedstaaten fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Rüstung ausgeben sollen. Zudem habe die sozialistisch geführte Regierung im Krieg mit dem Iran die Nutzung ihres Luftraums und ihrer Militärstützpunkte durch die USA untersagt. Auf spanischem Boden unterhalten die Vereinigten Staaten den Marinestützpunkt Rota und die Luftwaffenbasis Morón.
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Reuters verweist zudem auf eine interne E-Mail des US-Verteidigungsministeriums, die im April bekannt geworden war. Darin seien Optionen aufgeführt gewesen, wie Washington Bündnispartner sanktionieren könne, die aus Sicht der US-Regierung die Operationen im Iran-Krieg nicht unterstützt hätten. Als eine Möglichkeit sei eine Suspendierung Spaniens aus der Nato genannt worden, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur.
Madrid setzt auf Deeskalation
Die spanische Regierung reagierte laut der Tageszeitung El País mit einem Kommuniqué und betonte, an einer „hervorragenden“ Beziehung zu den Vereinigten Staaten festhalten zu wollen. Handelspolitische Fragen fallen für Spanien als EU-Mitglied in die Zuständigkeit der Europäischen Union.
Ministerpräsident Pedro Sánchez regiert seit Juni 2018 in Madrid. Seit November 2023 führt der PSOE-Chef ein Minderheitsbündnis mit der Linksallianz Sumar.
Der dem US-Präsidenten nahestehende Nato-Generalsekretär Rutte verwies dem Bericht von El País zufolge in Ankara auf die gestiegenen spanischen Verteidigungsausgaben und versuchte, Trumps Ankündigungen zu relativieren.
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