Die Berliner Polizei hat am Dienstag einen 20-Jährigen festgenommen, dem eine Serie von Raubüberfällen auf Männer vorgeworfen wird, die über Dating-Apps in eine Falle gelockt worden sein sollen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin am Mittwoch in einer gemeinsamen Meldung mit. Der Beschuldigte sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Nach Angaben der Ermittler sollen der Festgenommene und ein weiterer 20-Jähriger im Jahr 2025 gezielt gefälschte Profile auf Dating-Apps angelegt haben. Über diese Profile hätten sie zu insgesamt fünf Männern in Berlin Kontakt aufgenommen und diese unter einem Vorwand zu einem vermeintlichen Date gelockt.
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Opfer bedroht und misshandelt
Am Tatort seien die Männer dann von den zum Teil vermummten und bewaffneten Tätern unter Androhung von Gewalt zur Herausgabe von Bargeld, Mobiltelefonen und Wertgegenständen gezwungen worden, so die Behörden. Mithilfe der erbeuteten Mobiltelefone sollen die Täter zudem Geld auf ein fremdes PayPal-Konto überwiesen haben.
Die Geschädigten seien während der Überfälle teilweise wiederholt gedemütigt und misshandelt worden und litten bis heute an den Folgen der Taten.
Beide Täter gefasst: Komplize wurde bereits verurteilt
Der mutmaßliche Komplize war laut Mitteilung bereits am 17. Juni 2026 vom Landgericht Berlin I wegen der Raubserie zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Im Prozess habe er ein Geständnis abgelegt und den nun festgenommenen Mittäter benannt. Das Urteil ist nach Angaben der Justiz noch nicht rechtskräftig.
Beamte der Bundespolizei fassten den Beschuldigten den Angaben zufolge in der Nacht zum Dienstag bei einer Personenkontrolle am U-Bahnhof Rudow im Bezirk Neukölln. Durchsuchungen an zwei mutmaßlichen Wohnanschriften führten nicht zum Auffinden weiterer Beweismittel. Ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht Tiergarten verkündete auf Antrag der Staatsanwaltschaft den Haftbefehl und ordnete Untersuchungshaft an. Die Ermittlungen dauern nach Angaben der Behörden an.
Die Masche ist in Berlin nicht neu: Der Berliner Influencer Quang Paasch berichtete im Januar im Interview mit der Berliner Zeitung bereits von einem ähnlichen Vorfall.
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