Konjunktur

IWF senkt Prognose für Deutschland: Wachstum bis 2027 bleibt schwach

Die deutsche Wirtschaft wächst laut IWF bis 2027 langsamer als bisher angenommen. Hohe Energiepreise und der Iran-Krieg belasten die Aussichten.

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Das Logo des Internationalen Währungsfonds an dessen Hauptsitz in Washington

Das Logo des Internationalen Währungsfonds an dessen Hauptsitz in Washington

© Jim Lo Scalzo/dpa

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen für Deutschland erneut gesenkt. Bis einschließlich 2027 dürfte sich die Bundesrepublik schwächer entwickeln als bislang angenommen, teilte die Organisation mit Sitz in Washington mit. Für das laufende Jahr rechnet der IWF nun mit einem Plus von 0,7 Prozent, 0,1 Prozentpunkte weniger als zuvor. Für 2027 wird ein Wachstum von 1,0 Prozent erwartet – 0,2 Punkte unter der April-Prognose.

Damit reiht sich der IWF in eine Serie gedämpfter Vorhersagen ein. Die Bundesregierung, die „Wirtschaftsweisen“ und die Bundesbank rechnen für dieses Jahr jeweils mit lediglich 0,5 Prozent Wachstum. 2025 war Deutschland mit einem Mini-Plus von 0,2 Prozent knapp an einem dritten Rezessionsjahr in Folge vorbeigekommen.

Weltwirtschaft stabiler, Eurozone gedämpft

Für die Weltwirtschaft senkte der IWF seine Prognose für dieses Jahr um 0,1 Punkte auf 3,0 Prozent. 2027 soll das globale Wachstum jedoch mit 3,4 Prozent um 0,2 Punkte stärker ausfallen als zuvor angenommen. Die Eurozone dürfte in diesem Jahr um 0,9 Prozent zulegen (minus 0,2 Punkte), 2027 um 1,2 Prozent.

Warnung vor Folgen des Iran-Kriegs

Der IWF warnte, ein erneutes Aufflammen des Iran-Kriegs könne Lieferketten gefährden und Preise weiter steigen lassen. Zwar hätten sich die Energiemärkte nach der Blockade der Straße von Hormus schneller beruhigt als erwartet. Von Entwarnung könne aber keine Rede sein: „Die Energiepreise liegen ungefähr 25 Prozent höher als vor dem Krieg", heißt es in dem Bericht.

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Die USA setzten am Dienstag zuvor gelockerte Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Die Ölmärkte reagierten mit Preisaufschlägen. Gestützt wird die Weltwirtschaft laut IWF durch Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz. Länder wie Südkorea und Taiwan, die KI-Hardware exportieren, verzeichneten deutliche Wachstumssprünge.

Inflation bleibt hartnäckig

Für dieses Jahr erwartet der IWF eine weltweite Teuerungsrate von 4,7 Prozent, nach zuvor 4,4 Prozent. 2027 dürfte die Inflation bei 3,9 Prozent liegen – fast doppelt so hoch wie das Zwei-Prozent-Ziel. Mit einer spürbaren Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbanken in den USA und der Eurozone rechnet der IWF vorerst nicht. (mit dpa)

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