Wirtschaftslage

Firmenpleiten in Deutschland erreichen höchsten Stand seit 20 Jahren

Fast 5000 Insolvenzen in nur drei Monaten. Betroffen sind fast alle Branchen und Regionen. Ein Ende ist nicht absehbar.

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Die Firmenpleiten in Deutschland sind auf einem Rekordniveau.

Die Firmenpleiten in Deutschland sind auf einem Rekordniveau.

© Sina Schuldt

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland hat im zweiten Quartal den höchsten Wert seit über 20 Jahren erreicht. Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldeten zwischen April und Ende Juni 4996 Personen- und Kapitalgesellschaften Insolvenz an. Das entspricht einem Anstieg von neun Prozent gegenüber dem ersten Quartal und markiert den höchsten Stand seit dem zweiten Quartal 2005.

Besonders auffällig seien die Werte im Juni in Nordrhein-Westfalen und Hessen gewesen, teilte das in Sachsen-Anhalt ansässige Institut mit.

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Insolvenzgeschehen weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau liegt“, sagte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. Die Lage sei schwierig, die Insolvenzen träfen die Wirtschaft in der Breite. Viele Branchen und Regionen seien gleichzeitig betroffen. Auch für das dritte Quartal rechnet Müller mit höheren Insolvenzzahlen als im Vorjahreszeitraum.

Höchstwerte in fast allen Branchen

Im zweiten Quartal seien in nahezu allen großen Wirtschaftsbereichen Höchstwerte erreicht worden, darunter im Baugewerbe, im Grundstücks- und Wohnungswesen, im Handel, im Gastgewerbe und im Dienstleistungssektor. Eine der wenigen Ausnahmen bilde das Verarbeitende Gewerbe.

Auch weitere Erhebungen bestätigen den Trend. Das Statistische Bundesamt registrierte für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform verzeichnete für das erste Halbjahr 12.900 Unternehmensinsolvenzen und damit den höchsten Wert seit 2013.

Die Zahlen sind untereinander nur eingeschränkt vergleichbar: Das IWH wertet ausschließlich Daten zu Personen- und Kapitalgesellschaften aus und lässt Kleinstunternehmen in seiner Statistik unberücksichtigt.

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