In Nepal fehlt zur laufenden Reispflanzung chemischer Dünger. Viele Bauern pflanzen ohne Diammoniumphosphat (DAP), andernorts stockt die Pflanzung. Das berichtete die Tageszeitung Kathmandu Post am Freitag nach Recherchen in neun Regionen des Landes. DAP ist ein Phosphatdünger, der Reispflanzen vor allem in der frühen Wachstumsphase versorgt.
Der nepalesische Bauernverband National Farmers' Group Federation wirft der Regierung vor, eine Warnung aus dem Mai ignoriert zu haben. Landwirte aus den Distrikten Rautahat, Morang, Sunsari, Jhapa, Nawalparasi West und Kapilvastu sagten der Zeitung, sie hätten bei Genossenschaften vergeblich um wenige Kilogramm Dünger gebeten.
Werden Lebensmittel knapp? Iran-Krieg bringt Hersteller von Düngemitteln in große Not
Dünger wird knapp: Kehrt Deutschland zu Billigimporten aus Russland zurück?
Die staatliche Düngemittelgesellschaft Agriculture Inputs Company räumte ein, die Nachfrage nicht decken zu können. Ein Sprecher führte die Engpässe auf den Nahost-Konflikt zurück. Weitere Lieferungen aus Kalkutta seien unterwegs, kämen aber nicht rechtzeitig an.
Verschärfte Kontrollen an der Grenze zu Indien
Der Ausweg einer Versorgung mit Dünger über den indischen Markt ist erschwert. Nach Angaben der Kathmandu Post haben indische Sicherheitskräfte die Kontrollen an der Grenze verschärft. Zwei Bauern aus dem Distrikt Sarlahi seien am 1. Juli auf dem Rückweg aus dem indischen Sonbarsa mit zwei Säcken Harnstoff und sechs Säcken DAP festgenommen worden und säßen im Gefängnis von Dumra. Bewohner mehrerer Grenzregionen berichteten dem Blatt von verdoppelten Preisen in Indien und teils schlechter Ware.
Auch in Indien selbst treffen die Engpässe die Landwirte. Die Zeitung Telangana Today meldet aus dem Distrikt Adilabad einen Mangel an DAP für Reis, Baumwolle und Sojabohnen. Behörden hätten dem Distrikt rund 6000 Säcke zugeteilt, benötigt würden rund 20.000. Die Times of India berichtete am Mittwoch über Proteste des Bauernverbandes All India Kisan Mazdoor Morcha gegen fehlenden Harnstoffdünger, Wucherpreise und Schwarzhandel.
Regierungen versuchen gegenzusteuern
Malaysias Landwirtschaftsminister Mohamad Sabu hat gegenüber dem Parlament erklärt, der Preis für importierten Harnstoff sei zwischen Februar und Ende Mai 2026 um rund 63 Prozent auf 777,50 US-Dollar je Tonne gestiegen. Die Regierung habe Steuerbefreiungen für einzelne Düngemittel verlängert und die Beihilfen je Hektar für knapp 200.000 Reisbauern mehr als verdoppelt.
Auf den Philippinen weist das staatliche Reisforschungsinstitut PhilRice für Juni 2026 ebenfalls erhöhte Preise für die wichtigsten Düngersorten aus. Bangladeschs staatliche Chemieholding BCIC teilte laut dem Daily Star mit, für die Reissaison im Juli und August reichten Bestände, heimische Produktion und Importe aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten aus.
Indonesien hat nach Angaben des zuständigen Ministers Zulkifli Hasan die Verteilung subventionierten Düngers vereinfacht. Bis Juni seien mehr als vier Millionen Tonnen an registrierte Bauern geliefert worden. Die 2025 eingeführte Absenkung des Höchstpreises um 20 Prozent bleibe bestehen, meldete die Agentur Antara.
In Japan hob die Genossenschaft Zen-Noh laut Japan Times die Großhandelspreise für Harnstoff für die Herbstsaison um 14,5 Prozent an. Als Grund nannte sie die Lage im Nahen und Mittleren Osten seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran.
Nach Reuters-Angaben fielen durch den Krieg vorübergehend 17 Prozent des weltweiten Erdgasangebots und mehr als 30 Prozent der weltweiten Stickstoffdüngerversorgung aus. Am stärksten davon betroffen seien Indien, Thailand und Australien.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]