Während sich die Lage im Nahen Ostern weiter verschäft, hat der Iran nach Recherchen der Nachrichtenagentur Bloomberg in der vergangenen Woche mehrere Öltanker heimlich durch die Straße von Hormus geschleust. Sechs mit US-Sanktionen belegte Supertanker mit einer Gesamtladekapazität von rund zwölf Millionen Barrel Rohöl hätten die Meerenge mit abgeschalteten Transpondern in den Golf von Oman passiert, berichtete Bloomberg unter Berufung auf ausgewertete Schiffsverfolgungsdaten.
Die Fahrten erfolgten, nachdem Washington am 7. Juli eine befristete Erlaubnis für iranische Ölverkäufe widerrufen hatte. Insgesamt habe Teheran zwischen zwei US-Blockaden 57 Millionen Barrel Öl aus dem Land verschifft, so Bloomberg.
Sogenannte Dunkelfahrten mit abgeschalteter Ortung seien zuletzt häufiger gewesen als sichtbare Transits. Am Dienstagmorgen sei der Schiffsverkehr in der Meerenge nahezu zum Erliegen gekommen. Der Datendienst MarineTraffic meldete laut Reuters für den Zeitraum vom 10. bis 12. Juli einen Rückgang der Aktivität um rund 52 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.
Tanker unter Beschuss
Vorausgegangen waren mehrere Angriffe auf Öltanker in den vergangenen Tagen. Am Montag etwa griffen iranische Streitkräfte nach Angaben der Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwei emiratische Öltanker an. Die „Mombasa“ und die „Al Bahiyah“ seien beim Passieren der südlichen Fahrrinne in omanischen Hoheitsgewässern von iranischen Marschflugkörpern getroffen worden, teilte das Verteidigungsministerium des Landes mit.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten anschließend laut iranischen Medien, sie hätten zwei „aggressive“ Supertanker beschädigt, die zuvor Warnungen ignoriert und ihre Navigationssysteme abgeschaltet hätten.
Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump auf Truth Social angekündigt, die Blockade iranischer Häfen ab Dienstag, 20 Uhr GMT, wieder in Kraft zu setzen. Zugleich forderte er eine Gebühr von 20 Prozent auf alle Ladungen, die die Meerenge unter US-Schutz passieren. Die UN-Schifffahrtsagentur wies den Vorstoß noch am selben Tag zurück: Für verpflichtende Mautgebühren in international genutzten Meerengen gebe es keine Rechtsgrundlage.
Erstmals Seedrohnen im Kampfeinsatz
Bereits am Sonntag hatten amerikanische Streitkräfte nach Angaben des US-Zentralkommandos Centcom zudem erstmals bewaffnete Seedrohnen in einem Kampfeinsatz eingesetzt. Drei unbemannte Wasserfahrzeuge vom Typ Corsair hätten eine Instandhaltungsanlage für U-Boote und Schiffe im iranischen Marinestützpunkt Bandar Abbas getroffen, teilte Centcom auf der Plattform X am Montag mit. Der Angriff habe „Irans Fähigkeit, weiterhin die Handelsschifffahrt anzugreifen", geschwächt.
In der Nacht zum Dienstag setzten die USA nach Angaben von Centcom ihre Angriffe auf iranische Ziele fort – die dritte Nacht in Folge. Iranische Staatsmedien meldeten daraufhin Explosionen in Bandar Abbas sowie auf den Inseln Kisch, Ghesm und Abu Musa.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte auf X, Teheran sei und bleibe „für immer“ der Wächter der Meerenge. Zu Trumps Gebührenforderung schrieb er: „20 Prozent sind natürlich zu viel. Wir werden fair sein.“
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