Im Wald von Fontainebleau südöstlich von Paris sind zwei Großbrände auch am Dienstag noch nicht unter Kontrolle. Nach Angaben der französischen Zeitung Le Monde waren bis zum Morgen bereits fast 1900 Hektar Wald in Flammen aufgegangen, mehr als 800 Einsatzkräfte bekämpften die Feuer.
Erstmals in der Region Paris kommen dabei Löschflugzeuge vom Typ Canadair und Dash sowie Löschhubschrauber zum Einsatz. Die Canadair nehmen Wasser aus der Seine auf.
Der französische Innenminister Laurent Nuñez sagte am Montagabend laut der Nachrichtenagentur Reuters, das Hauptfeuer in Fontainebleau und ein weiterer, am Montagnachmittag ausgebrochener Brand in der Nähe seien weiter nicht unter Kontrolle. Zwei Personen wurden nach seinen Angaben unter dem Verdacht festgenommen, das Feuer gelegt zu haben. Landesweit seien in dieser Saison bereits 59 Menschen wegen des Verdachts festgenommen worden, Brände vorsätzlich oder fahrlässig verursacht zu haben.
Rekordjahr für Waldbrände in Frankreich
Nuñez sprach von einem voraussichtlichen Rekordjahr bei Waldbränden in Frankreich. Seit Jahresbeginn seien bereits 32.000 Hektar verbrannt – mehr als im gesamten Jahr 2025. „Wir haben das bei dieser schweren Dürre erwartet“, sagte der Innenminister laut Reuters. Der Wald von Fontainebleau ist bekannt für das gleichnamige historische Schloss, das zu den bekanntesten königlichen Residenzen Frankreichs zählt.
Betroffene aus umliegenden Gemeinden wurden in Notunterkünften untergebracht. Die 67-jährige Carole Butrak, die mit ihrem Partner aus Achères-la-Forêt evakuiert wurde und im Auto übernachtete, berichtete Le Monde, sie habe nie gedacht, so etwas erleben zu müssen.
Dritte Hitzewelle in Europa
Die Brände fallen mit der dritten Hitzewelle dieses Jahres in Europa zusammen. Nach Daten des Klimadaten-Dienstes der Nachrichtenagentur Reuters lag die durchschnittliche Höchsttemperatur in Westeuropa am Dienstag bei 29,4 Grad – 6,3 Grad über dem saisonalen Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Besonders stark waren die Abweichungen in Belgien und Frankreich mit 9,4 und 9,1 Grad.
Auch andere Länder sind betroffen. In Italien werden nach Angaben von Meteorologen in dieser Woche auf Sardinien Temperaturen bis zu 44 Grad erwartet, in Florenz bis zu 39 und in Rom bis zu 38 Grad. In Spanien arbeiten die Behörden weiter an der Identifizierung der Opfer eines Waldbrandes in der Urlaubsregion Almería in der Vorwoche, bei dem laut Reuters mindestens 13 Menschen ums Leben kamen.
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