Wegen anhaltender Trockenheit und sinkender Grundwasserstände hat der Landkreis Leipzig die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen untersagt. Die Regelung gilt bis Ende September und soll Gewässer und Wasserversorgung schützen.
Das Landratsamt in Borna erließ dazu eine Allgemeinverfügung, die seit Dienstag in Kraft ist. Untersagt ist demnach die erlaubnisfreie Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern mit Pumpen oder anderen technischen Hilfsmitteln. Zudem darf zwischen 10.00 und 18.00 Uhr kein Grundwasser aus Brunnen zur Beregnung öffentlicher und privater Grünflächen sowie von Sportanlagen genutzt werden. Das Schöpfen mit Handgefäßen wie einer Gießkanne bleibt erlaubt, sofern das Gewässer nicht beeinträchtigt wird.
Bei Verstößen drohen laut Landratsamt Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Die Verfügung steht unter dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs, die sofortige Vollziehung wurde angeordnet.
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Grundwasser und Gewässer werden stark belastet
Zur Begründung verwies die Behörde auf die niedrigen Pegelstände in Flüssen und Bächen sowie auf einen Grundwasserstand, der deutlich unter dem langjährigen Mittel liege. Nach Angaben des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wurden im Juni an mehr als 80 Prozent der Messstellen in Sachsen niedrigere Grundwasserstände als üblich gemessen.
Auch die aktuelle Auswertung der Durchflüsse an sächsischen Pegeln zeigt eine Verschärfung der Lage. Am Dienstagvormittag sei an 83 von 147 ausgewerteten Pegeln – das entspricht 55 Prozent – ein Durchfluss unterhalb des mittleren Niedrigwasserabflusses eines Jahres registriert worden, teilte das Landesumweltamt mit. An 20 weiteren Pegeln sei dieser Wert fast erreicht worden. Vor einer Woche war die Zahl der betroffenen Pegel noch deutlich geringer.
Die Trockenheit und die hohen Temperaturen belasten nach Angaben des Landratsamtes die Gewässer zunehmend. Bei geringerem Abfluss sinke der Sauerstoffgehalt, was Fische, Amphibien und andere Tiere gefährde.
Appell an verantwortungsvollen Umgang
„Wir alle sind gefordert, verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser umzugehen“, sagte Tina König, Leiterin des Umweltamtes im Landkreis Leipzig, laut Mitteilung. Die zeitliche Begrenzung der Wasserentnahme sei ein mildes, aber notwendiges Mittel, um Grundwasser und Gewässer vor dauerhaften Schäden zu schützen.
Auch andere Regionen in Sachsen haben bereits die Wasserentnahme eingeschränkt, darunter die Landkreise Nord- und Mittelsachsen sowie die Stadt Chemnitz.
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