Der Tod des zwei Jahre alten Noah aus Berlin hat für großes Aufsehen gesorgt. Die Familie hat juristische Schritte eingeleitet. Sie legt einer Klinik einen schweren Behandlungsfehler zur Last. Ihr Anwalt vertritt einen weiteren Fall, in dem ein Kind nach mutmaßlichem Behandlungsfehler gestorben ist. Er spricht von etwa 200 Betroffenen unterschiedlichen Alters, die jährlich mit der Bitte um Rechtsbeistand vorstellig werden.
Der Befund der Berliner Kanzlei deckt sich mit Erhebungen der jüngeren Vergangenheit. Erst im Juni veröffentlichte die Techniker Krankenkasse (TK) eine Analyse. Bei der größten gesetzlichen Krankenkasse meldeten sich im vergangenen Jahr 7540 Versicherte, weil sie Behandlungsfehler vermuteten. Das waren 14 Prozent mehr als im Jahr davor – ein Rekord.
Etwa jeder dritte Fall erhärtete sich bei näherer Überprüfung, weshalb juristische Verfahren eingeleitet wurden. Auch dies war ein neuer Höchststand für die Kasse mit ihren mehr als zwölf Millionen Versicherten.
Analyse
Nach dem Tod von Noah (2) in Berlin: Darum versagt das Gesundheitssystem mit Ansage
Die Zahl der Behandlungsfehler steigt auf Rekordniveau. Jetzt spart die Bundesregierung Milliarden in einem ineffizienten System – und das am falschen Ende.
4 Min
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Ein OP-Team bereitet einen Eingriff vor: Die meisten Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler beziehen sich auf die Chirurgie.
© unsplash
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