Nachdem er und Igor Levit aus einer ZDF-Sendung gestrichen wurden, hat Danger Dan seinen neuen Song „Keine Angst“ veröffentlicht. Die Botschaft ist sehr klar, laut ZDF verstößt sie gar gegen die Richtlinien des Senders.
Das ZDF hat am Donnerstag Danger Dans Auftritt mit Igor Levit in der Sendung „Die Anstalt“ für den kommenden Dienstag abgesagt und das mit einem möglichen Gewaltaufruf in seinem neuen Song „Keine Angst“ begründet, der gegen die ZDF-Programmrichtlinien verstoße. Die beiden Musiker zeigten sich auf Instagram empört, sprachen von einem „Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit“, fanden das Vorgehen „skandalös“ und den Eingriff „autoritär“. Nun ist der Song wie geplant in der Nacht zum Freitag veröffentlicht worden.
Danger Dan: ZDF stoppt Song – „Eingriff in Meinungsfreiheit“
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Aufruf und Anleitung zu Antifa-Aktivitäten
Das Lied wird im Musikvideo auf YouTube atmosphärisch präsentiert, schwarzweiße Optik und eindrucksvolle Instrumentalmusik prägen das Gesamtbild. Im Vordergrund sitzt Danger Dan am Klavier und singt mehr als sieben Minuten lang darüber, wie sich die Zuhörer organisieren und Antifa-Aktivitäten durchführen sollen, die teilweise womöglich strafbar wären. Der Song ist eine Art Anleitung.
„Wir können darauf warten, dass sie in den Parlamenten und auf der Straße erstarken, bevor wir sie bekämpfen“, singt Danger Dan beispielsweise und dürfte sich damit auf das rechte politische Spektrum beziehen. Er glaubt aber: „Es geht uns trotzdem an den Kragen, nur halt etwas später.“ Aus diesem Grund solle man sich lieber „schon heute Stress mit der Polizei und den ganz besonders Deutschen“ einhandeln. Im Refrain wiederholt er stets das namensgebende Mantra „Keine Angst“.
Dann gibt Danger Dan detaillierte Anweisungen, was Menschen tun sollten, die sich in Antifa-Gruppen organisieren wollen. Es geht darum, Graffiti zu sprühen, die „rechten Strukturen“ zu recherchieren, mehr über „Nazis“ in der eigenen Gegend herauszubekommen und diese in ihrem Umfeld zu „outen“, in der Hoffnung, dass sie rechtliche Konsequenzen bekommen. Er fügt hinzu: „Doch ihr wärt blöd, wenn ihr euch auf den deutschen Staat verlasst.“
Grüße an Linksextremisten und juristische „Grauzone“
Der vom ZDF monierte Aufruf zur Gewalt kann aus der letzten Strophe heraus interpretiert werden, in der er singt: „Die sehen gefährlich aus, aber wir legen sie lang“ und „wenn ihr zusammen kämpft, dann kann es funktionieren“. Noch eindeutiger wird es am Ende, als er feststellt, „ist eh klar, was zu tun ist“, und „liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk“ bestellt. Damit sind die Beschuldigten und zum Teil Verurteilten im Antifa-Ost-Prozess gemeint, die als Hammerbande gezielt Personen aus dem mutmaßlich rechtsextremen Milieu angegriffen und verletzt haben sollen, mehrere davon lebensgefährlich.
Danger Dan gibt in der letzten Strophe auch zu: „Juristisch ist mal wieder die Grauzone geschrammt.“ Es ist eine direkte Referenz zu seinem Song von 2021, in dem er mehrere Personen wie Alexander Gauland und Jürgen Elsässer direkt anging und indirekt zu Gewalt aufrief. In dem Song kam er zu dem Fazit, das auch zum Liedtitel wurde: „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“.
Auch „Keine Angst“ könnte durchaus wieder unter die Kunstfreiheit fallen, erfüllt dabei aber offenbar nicht die ZDF-Programmrichtlinien. Das Lied wollen Danger Dan und Igor Levit trotzdem am Dienstag in Berlin spielen, genaue Pläne sollen „in Kürze“ folgen.
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