Ukraine-Krieg

Ukrainische Drohnen treffen Logistikzentren des russischen Onlinehändlers Wildberries

Bei Drohnenangriffen auf das russische Hinterland werden zwei Lager des Onlinehändlers Wildberries zum Ziel. In Kotowsk sterben sieben Beschäftigte der Nachtschicht.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Wildberries räumte nach den Angriffen seine Standorte in Kotowsk und Elektrostal.

Wildberries räumte nach den Angriffen seine Standorte in Kotowsk und Elektrostal.

© Mikhail Sinitsyn/imago

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum des russischen Onlinehändlers Wildberries in der Stadt Kotowsk sind in der Nacht zum Samstag nach offiziellen russischen Angaben sieben Beschäftigte getötet worden. Weitere 24 Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Oblast Tambow, Jewgeni Perwyschow, auf seinem Telegram-Kanal mit. Bei den Getöteten habe es sich um Mitarbeiter der Nachtschicht gehandelt. Kotowsk liegt rund 400 Kilometer südöstlich von Moskau.

Nach Darstellung Perwyschows werden die Verletzten in Krankenhäusern in Kotowsk und Tambow behandelt. Das offene Feuer auf dem Gelände sei gelöscht, die Löscharbeiten dauerten jedoch an. Am Einsatzort seien Rettungskräfte, Feuerwehr, das Katastrophenschutzministerium und Sicherheitsbehörden im Einsatz, zitiert ihn die russische Nachrichtenagentur Tass.

Zweiter Standort bei Moskau getroffen

Wildberries Betreibergesellschaft RWB bestätigte den Angriff in einer Mitteilung. In Kotowsk habe es Tote und Verletzte gegeben, das Unternehmen werde die nötige Unterstützung leisten. Parallel sei auch das Verteilzentrum in Elektrostal östlich von Moskau von Drohnen getroffen und beschädigt worden. Beide Standorte seien geräumt worden. Wildberries zählt zu den größten Onlinehändlern Russlands und betreibt landesweit ein Netz aus Verteilzentren.

Der Gouverneur der Oblast Moskau, Andrej Worobjow, teilte mit, in Elektrostal seien 24 Menschen auf dem Wildberries-Gelände verletzt worden, zwei weitere in der Stadt Noginsk, wo ein Öllager in Brand geraten sei. Ein Teil der Verletzten befinde sich in einem ernsten Zustand. In Noginsk sei aus Sicherheitsgründen eine benachbarte Geburtsklinik evakuiert worden.

Angriffswelle auf russisches Kernland

Nach Angaben der britischen Zeitung The Guardian, die sich auf russische Behörden berief, wurden in der Nacht mehr als 370 ukrainische Drohnen in Richtung Moskau gestartet. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, die russische Luftabwehr habe 64 Fluggeräte im Anflug auf die Hauptstadt zerstört. Eine offizielle Bestätigung aus Kiew zur Urheberschaft des Angriffs auf Kotowsk lag zunächst nicht vor.

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