Der tagelange, schwere Waldbrand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern ist gelöscht. Nach dem Ende des Großeinsatzes warnt Umweltminister Till Backhaus (SPD) jedoch vor anhaltender Gefahr durch alte Munition im Boden. Da das Feuer an mehreren Stellen gleichzeitig ausbrach, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Brandstiftung und prüft Zusammenhänge mit weiteren Bränden in der Region.
Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark ist gelöscht. Das teilte Umweltminister Till Backhaus am Montag in Schwerin mit. Damit ende der mehrtägige Großeinsatz von Feuerwehr, Katastrophenschutz und weiteren Einsatzkräften, erklärte Backhaus laut Nachrichtenagentur AFP.
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Keine Entwarnung: Feuer könnte unter Umständen wieder ausbrechen
Eine dauerhafte Entwarnung könne wegen der Munitionsbelastung des betroffenen Geländes aber noch nicht gegeben werden. Das Gebiet müsse weiter engmaschig überwacht werden, hieß es aus dem Ministerium. Bei ausbleibenden Niederschlägen und zunehmendem Wind könne sich die Lage jederzeit wieder ändern.
Die Nachsorge werde in den kommenden Wochen noch viel Kraft und Ausdauer verlangen, erklärte Backhaus. Zeitweise seien täglich bis zu 400 Einsatzkräfte vor Ort gewesen. Die Landesregierung werde die Nacharbeiten finanziell unterstützen, unter anderem durch eine Ertüchtigung der Waldwege.
Polizei prüft Brandstiftung – Ausbrüche waren „auffällig“
Zur Brandursache ließen sich weiterhin keine Aussagen treffen, erklärte der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller (CDU), laut AFP. Es sei aber „auffällig“, dass das Feuer an mehreren Stellen im Gebiet entstanden sei. Dies werde im Rahmen der laufenden Ermittlungen sorgfältig geprüft.
Die Polizei prüft nach eigenen Angaben mögliche Zusammenhänge mit weiteren Bränden. Am Sonntag hätten mehrere Wiesenflächen in Wokuhl-Dabelow sowie zwischen Neuhof und Carwitz bei Feldberg gebrannt. Brandstiftung könne dort nicht ausgeschlossen werden.
Evakuierung von Granzin beendet, Natur soll sich erholen
Die Evakuierung der Ortschaft Granzin wurde nach Angaben des Landkreises beendet. Abhängig von der Windrichtung komme es aber weiter zu Geruchsbelästigungen. Eine konkrete Gefährdung der Häuser durch das Feuer habe nicht bestanden.
Der Brand betraf nach Behördenangaben knapp 400 Hektar des insgesamt 32.000 Hektar großen Nationalparks. Wegen der dort lagernden alten Munition konnten Feuerwehrleute nur aus der Distanz löschen. Während des Brands kam es zu teils schweren Detonationen.
Der Leiter des Nationalparks, Ulf Zimmermann, erwartet laut AFP eine Erholung der Natur in dem Gebiet. Diese verfüge über eine „enorme Regenerationskraft“. „Viele grüne Inseln sind erhalten geblieben“, erklärte Zimmermann. Von dort aus würden sich Pflanzen und Tiere die betroffenen Flächen Schritt für Schritt zurückerobern.
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