Die Huthi-Miliz aus dem Jemen hat mit sofortiger Wirkung eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Das teilte der Militärsprecher der Gruppe, Yahya Saree, am Montag mit, wie die Nachrichtenagentur Reuters und der Finanzdienst Bloomberg übereinstimmend berichteten.
Verhängt werde ein „See-Embargo gegen den kriminellen saudischen Feind“ nach dem Grundsatz „Auge um Auge“, erklärte der Sprecher laut Reuters. Als Begründung nannte die vom Iran unterstützte Gruppe eine nach ihren Worten seit fast zwölf Jahren andauernde „ungerechte und unterdrückende Belagerung unseres geliebten Volkes“ durch Saudi-Arabien. Das Königreich plündere die Ressourcen des Landes und blockiere jemenitische Häfen und Flughäfen, hieß es in der Erklärung.
USA greifen Iran erneut an: Atomkraftwerk getroffen, Jordanien und Kuwait im Fadenkreuz
Hormus-Krise spitzt sich zu: Brent-Ölpreis reißt 90-Dollar-Marke
Spannungen nach Angriffen auf Flughäfen
Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi hatten sich in der vergangenen Woche verschärft. Die Huthi beschossen Reuters zufolge einen Flughafen im Süden Saudi-Arabiens, nachdem die Gruppe das Königreich für einen Angriff auf einen Flughafen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa verantwortlich gemacht hatte.
Die Angriffe waren laut Reuters die ersten auf Saudi-Arabien, welche die Huthi seit Inkrafttreten einer informellen Waffenruhe im März 2022 für sich reklamierten.
Zusätzliches Risiko für den Ölmarkt
Die Blockadedrohung erhöht laut Bloomberg die Risiken für die weltweite Ölversorgung. Sie könnte den Transport von Millionen Barrel Öl beeinträchtigen, die Saudi-Arabien über das Rote Meer exportiert. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, über die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird, liege wegen der Angriffe und Gegenangriffe in der Region bereits nahezu still.
Nur wenige Tage zuvor hatte Reuters berichtet, dass der Iran die Huthi aufgefordert haben soll, sich auf eine Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab vorzubereiten. Diese solle erfolgen, falls die USA das iranische Stromnetz angreifen. Nach Angaben einer den Huthi nahestehenden Quelle soll die Miliz bereits Raketen und Drohnen nahe Hodeida und am Golf von Aden stationiert haben. Unabhängig bestätigt sind diese Angaben nicht. Eine Sperrung von Bab al-Mandab würde den saudischen Ausweichweg über das Rote Meer und den Hafen Yanbu treffen. Über diesen Hafen werden laut Reuters inzwischen rund 70 Prozent der saudischen Energieexporte verschifft.
Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent schwankte am Montag laut Bloomberg zwischen einem Plus von bis zu 3,8 Prozent und einem Minus von 2,3 Prozent. Zeitweise stieg der Preis Reuters zufolge auf 91,42 US-Dollar je Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 11. Juni.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]