Die Ukraine treibt die Entwicklung von Laserwaffen voran – und will damit schon bald russische Shahed-Drohnen abfangen. Nach Angaben des stellvertretenden Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte, Brigadegeneral Andrij Lebedenko, könnten die neuen Systeme innerhalb der nächsten Monate an die Truppe gehen.
Das berichten die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine sowie das Nachrichtenportal RBC Ukraine unter Berufung auf ein Briefing des Generals am Mittwoch. Ein Waffentyp, der lange nach Science-Fiction klang, rückt im Ukraine-Krieg damit näher an den realen Einsatz.
Was Lebedenko über die Laserwaffen sagt
Die Ukraine arbeite weiter an Projekten rund um „Waffen der Zukunft“, so Lebedenko laut RBC Ukraine. Beteiligt seien sowohl Einheiten der Streitkräfte als auch private ukrainische Unternehmen.
„Es existiert bereits heute. Es gibt Hersteller und Teams, sowohl innerhalb der Streitkräfte als auch außerhalb – private Unternehmen, die Laserwaffen entwickeln“, wird der General zitiert.
Nach seinen Angaben können ukrainische Systeme bereits jetzt FPV-Drohnen zerstören. Nun werde daran gearbeitet, sie für das Abfangen russischer Shahed-Drohnen anzupassen.
Lebedenko nennt einen kurzen Zeithorizont. „Innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate werden wir Systeme haben, die Luftbedrohungen noch wirksamer bekämpfen können als Maschinengewehre“, sagte er laut RBC Ukraine. Zur genauen Funktionsweise und Leistung der Systeme machten die Verantwortlichen keine Angaben.
Zur Einordnung: FPV-Drohnen („First Person View“) sind kleine, ferngesteuerte Fluggeräte, die der Pilot über eine Kamera aus der Ich-Perspektive steuert. Shahed-Drohnen sind größere, für weite Strecken ausgelegte Angriffsdrohnen.
Erste Tests bereits im Sommer
Neu ist die Idee nicht. Anfang Juli hatte der frühere Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow laut RBC Ukraine erklärt, die Ukraine habe bereits mit der Erprobung laserbasierter Luftabwehrsysteme begonnen.
Die Technologie habe demnach erste Ergebnisse geliefert. Weitere Details wurden allerdings nicht bekannt gegeben.
Umbruch an der militärischen Spitze
Die Ankündigung fällt in eine Phase tiefgreifender Personalwechsel. Präsident Wolodymyr Selenskyj ernannte am Dienstag den 43-jährigen Mychajlo Drapatyj zum neuen Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er ersetzt den 60-jährigen Oleksandr Syrskyj.
Der neue Oberbefehlshaber kündigte laut Reuters an, Gegenoffensiven zu verstärken und neue Operationen auf russischem Gebiet zu planen. Selenskyj habe zudem eine „praktische, effektive Mobilisierung“ zur Priorität erklärt.
Zuvor war in einer größeren Regierungsumbildung auch der als reformorientiert geltende Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow abgelöst worden.
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