Der Iran hat offenbar einen neuen von den USA angebotenen Vorschlag für eine Waffenruhe abgelehnt. Das meldet die New York Times unter Berufung auf iranische und irakische Regierungsvertreter.
Überbracht wurde das Angebot demnach vom irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Zaidi, der es nach einem Besuch bei US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus nach Teheran trug. Trump droht nun mit einem „massiven Angriff“.
Warum der Iran das Angebot ablehnte
Iranische Regierungsvertreter erklärten demnach, das Angebot sei die einzige Offerte auf dem Tisch gewesen. An einem befristeten Deal, der die Frage der Kontrolle über die Straße von Hormus offenlasse, habe man aber kein Interesse.
Al-Zaidi reiste laut lokalen Medienberichten mit einer Delegation ranghoher irakischer Beamter nach Teheran. Dort traf er Präsident Massoud Peseschkian, den Chefunterhändler Brigadegeneral Mohammad Bagher Ghalibaf sowie Außenminister Abbas Araghtschi.
Araghtschi machte im Staatsfernsehen deutlich, woran es aus iranischer Sicht hakt. „Das Problem ist nicht das Übermitteln von Botschaften“, sagte er. „Das Problem ist Amerikas Haltung, die unlogisch, gierig und kontrollierend ist.“
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Der Streit um die Straße von Hormus
Der zentrale Knackpunkt ist weiterhin die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt für den Öltransport. Der Iran hatte die Meerenge zu Kriegsbeginn militarisiert und den kommerziellen Schiffsverkehr gestoppt – mit weltweit steigenden Energiepreisen als Folge.
Eine im Juni von Trump und Peseschkian unterzeichnete Absichtserklärung ließ die Frage offen. Demnach sollten Oman und Iran über die Verwaltung der Wasserstraße verhandeln. Der Iran will die Passage selbst steuern und möglicherweise Gebühren erheben. Trump wiederum brachte ins Spiel, die USA könnten die Kontrolle übernehmen und Maut kassieren.
Nach Unterzeichnung der Absichtserklärung nahm der Iran jedoch die Angriffe auf Handelsschiffe wieder auf, die USA schlugen zurück. Seither greift Washington den Iran nach eigenen Angaben täglich an.
Trumps Drohung: „Noch nicht genug Schmerz erlitten“
Trump erklärte gegenüber dem US-Nachrichtenportal Axios am Donnerstag, er erwäge die Wiederaufnahme großangelegter Kampfhandlungen. „Ich erwäge einen massiven Angriff. Größer als je zuvor. Ich bin nahe an einer Entscheidung. Wir sind bereit dafür“, drohte er.
Israel würde „in zwei Minuten mitmachen“, wenn man es darum bitte, so Trump – „aber wir brauchen niemanden“. Über den Iran sagte er, das Land habe „noch nicht genug Schmerz erlitten“.
Die USA griffen derweil die 13. Nacht in Folge Ziele im Iran an. Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen unter anderem in der Hafenstadt Bandar Abbas und auf der Insel Qeshm nahe der Straße von Hormus.
Nächster Streitpunkt: eingefrorenes iranisches Vermögen
Trump kündigte zudem auf seiner Plattform Truth Social an, Schäden an Schiffen und Ladung künftig mit eingefrorenen iranischen Geldern zu bezahlen. Nach Angaben von Bloomberg liegen innerhalb der US-Grenzen blockierte iranische Gelder im Wert von rund zwei Milliarden Dollar.
Teheran reagierte scharf. „Die Vermögenswerte einer anderen Nation zu beschlagnahmen, um für nicht zusammenhängende künftige Forderungen zu zahlen, ist ein brandgefährlicher Präzedenzfall“, schrieb Araghtschi auf X.
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