Rohstoffe

Seltene Erden aus der Tiefsee: Japan testet Förderung im Pazifik

Japan will damit unabhängiger von chinesischen Lieferungen werden. Ein größerer Förderversuch vor der Pazifikinsel Minamitorishima ist für Februar 2027 geplant.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Vor der Pazifikinsel Minamitorishima plant Japan einen größeren Förderversuch für Seltene Erden aus der Tiefsee.

Vor der Pazifikinsel Minamitorishima plant Japan einen größeren Förderversuch für Seltene Erden aus der Tiefsee.

© Jiji Press/AFP

Japan hat bei einem Tiefsee-Test rund 50 Tonnen Schlamm mit Seltenen Erden vom Meeresboden geborgen. Rund 54 Prozent der enthaltenen Metalle gehören zur mittleren und schweren Gruppe, darunter Yttrium, Gadolinium und Dysprosium. Das teilte die staatliche Meeresforschungsagentur JAMSTEC am Freitag mit.

Mittlere und schwere Seltene Erden gelten als besonders knapp und sind für Hochleistungsmagnete in Elektroautos, für die Medizintechnik sowie für die Halbleiter- und Rüstungsindustrie wichtig.

Förderung aus sechs Kilometern Tiefe

Das japanische Bohrschiff „Chikyu“ hatte den einmonatigen Einsatz Anfang des Jahres in der japanischen Wirtschaftszone rund um die abgelegene Pazifikinsel Minamitorishima abgeschlossen, etwa 1900 Kilometer südöstlich von Tokio.

Ein großer Bohrer auf dem Tiefseebohrschiff „Chikyu“ vor Minamitorishima

Ein großer Bohrer auf dem Tiefseebohrschiff „Chikyu“ vor Minamitorishima

© Jamstec/AFP

Nach Angaben von JAMSTEC gelang dabei erstmals weltweit die kontinuierliche Förderung von Schlamm mit Seltenen Erden aus dem Meeresboden in rund sechs Kilometern Tiefe. Belastungen durch Schadstoffe oder Radioaktivität seien nicht nachgewiesen worden.

Japan will Abhängigkeit von China verringern

Für Februar 2027 plant Japan im selben Seegebiet einen etwa einmonatigen Förderversuch mit bis zu 350 Tonnen Schlamm pro Tag. Das Material soll auf Minamitorishima entwässert und auf dem japanischen Festland für Verfahren zur Trennung, Aufbereitung und Verhüttung getestet werden.

Bis März 2028 soll eine Gesamtbewertung einschließlich einer Bewertung der Wirtschaftlichkeit vorliegen, wie Projektleiter Kazushige Kikuchi laut der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte.

Mit der Förderung will Japan seine Abhängigkeit von China verringern. Peking hatte im April 2025 Ausfuhrbeschränkungen für bestimmte schwere Seltene Erden und Magnete verhängt und diese in diesem Jahr gegenüber Japan mehrfach verschärft.

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