Ein angeblicher Raketenangriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien könnte eine neue Eskalationsstufe im Nahen Osten markieren. Nach Luftangriffen einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition auf Stellungen der Miliz im Jemen hatten die Huthi Vergeltung angekündigt. Nach eigenen Angaben feuerte die vom Iran unterstützte Miliz Raketen auf das Königreich ab.
Über ihre offiziellen Telegram-Kanäle verkündeten die Huthi, ein „jemenitischer Raketenangriff“ habe Brände in der südsaudischen Stadt Dschisan ausgelöst. Auch aus der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer meldeten Huthi-nahe Medien Explosionen.
Eine offizielle Bestätigung aus der saudischen Hauptstadt Riad lag zunächst nicht vor. Derweil wächst die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts bis hin zur möglichen Beteiligung weiterer Staaten der Region.
Vorangegangen war ein Angriff der Saudi-Koalition. Das Militärbündnis erklärte, es habe „militärische Stellungen der Huthi“ im Jemen getroffen und Ziele zerstört, die die Schifffahrt im Roten Meer bedrohten.
Die Huthi warfen Saudi-Arabien daraufhin eine „gefährliche Eskalation“ vor. Das Vorgehen werde „nicht unbeantwortet bleiben“, hieß es.
Droht ein größerer Krieg?
Kurz darauf meldete die Miliz Raketenangriffe auf die saudischen Provinzen Yanbu und Dschisan. Der saudische Zivilschutz warnte die dortige Bevölkerung vor einer „möglichen Gefahr“. Die nationale Frühwarnplattform gab mehrere Alarme aus. Die Art der Bedrohung wurde nicht genannt.
Später meldeten die Behörden, die Gefahr sei in beiden Regionen vorüber. Von Toten oder Schäden war zunächst keine Rede.
Der Konflikt war erneut aufgeflammt, nachdem die Huthi eine Blockade gegen Schiffe aus dem benachbarten Königreich verhängt und Handelsschiffe ins Visier genommen hatten. Nach eigenen Angaben griffen sie zwei saudische Öltanker an.
Am vergangenen Montag kündigte die Miliz zudem ein Verbot der Schifffahrt nach Saudi-Arabien im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab an. Die Saudi-Koalition drohte mit einer „festen und energischen“ Reaktion und begann, Schiffe in der Meerenge zu schützen.
Ausweitung der Kampfzone: Krieg im Nahen Osten eskaliert
Optionen für Einsatz im Nahen Osten werden geprüft
Nach der Sperrung der wichtigen Straße von Hormus leitet Saudi-Arabien seine Ölexporte durch die Meerenge Bab al-Mandab um. Experten warnen: Eine weitere Eskalation könnte den Schiffsverkehr im Roten Meer erheblich beeinträchtigen.
Die Kämpfe gelten als mögliche neue Front im Konflikt zwischen dem Iran und seinen Gegnern. Die Huthi kontrollieren große Teile des Nordens und der Westküste des Jemens und gelten als enger Verbündeter Teherans.
Experten befürchten, dass eine Ausweitung auch weitere Akteure hineinziehen könnte – etwa Pakistan. Islamabad unterhält seit 2025 ein Militärbündnis mit Riad.
US-Präsident Donald Trump drohte den Huthi und dem Iran mit schweren Konsequenzen. „Sollten sie dies erneut tun, werden die USA Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren“, schrieb er auf Truth Social und kündigte „schwere militärische Strafen“ an.
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