Weltkulturerbe

Besondere Ehrung: Waldsiedlung Zehlendorf zum Unesco-Weltkulturerbe erkoren

Das Welterbekomitee der Unesco hat auf seiner Sitzung im südkoreanischen Busan entschieden, die Berliner Waldsiedlung Zehlendorf in die Liste der Siedlungen der Moderne aufzunehmen.

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Die Waldsiedlung Zehlendorf ist vom Unesco-Welterbekomitee als Erweiterung des Denkmal-Ensembles „Siedlungen der Berliner Moderne“ anerkannt worden.

Die Waldsiedlung Zehlendorf ist vom Unesco-Welterbekomitee als Erweiterung des Denkmal-Ensembles „Siedlungen der Berliner Moderne“ anerkannt worden.

© Sebastian Gollnow/dpa

Die zwischen 1926 und 1931 unter Federführung des Architekten Bruno Taut (1880–1938) errichtete Waldsiedlung im Südwesten Berlins ist am Sonntag vom Unesco-Welterbekomitee als Erweiterung des Denkmal-Ensembles „Siedlungen der Berliner Moderne“ anerkannt worden. Das teilte die deutsche Unesco-Kommission nach der Sitzung im südkoreanischen Busan mit. Wegen ihrer farbigen Fassaden ist das Quartier auch als „Papageiensiedlung“ bekannt.

Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, erklärte, die Siedlungen der Berliner Moderne seien „weit mehr als herausragende Architektur“. Sie zeigten bis heute, worauf es bei gutem, bezahlbarem und gesundem Wohnen ankomme. Die Erweiterung um die Waldsiedlung Zehlendorf mache deutlich, „wie visionär diese Wohnkonzepte vor hundert Jahren waren – und wie aktuell sie noch immer sind“, so Böhmer.

Berlins Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) begrüßte die Entscheidung. Die Waldsiedlung stehe für einen städtebaulichen Neuanfang und sei ein Symbol dafür, wie bezahlbares Wohnen mit hoher Lebensqualität gelingen könne. Mit der Aufnahme würdige das Welterbekomitee nicht nur die Qualität der Anlage, sondern trage „eine historische Idee in die Gegenwart“.

Nachnominierung nach Renovierung

Bei der ersten Vergabe des Welterbestatus an sechs Berliner Siedlungen der Moderne im Jahr 2008 war die Waldsiedlung Zehlendorf trotz ihrer flächenmäßigen Größe nicht berücksichtigt worden. Grund war der damals schlechte Zustand vieler Fassaden. Nach Renovierungsarbeiten in den Folgejahren wurde eine Nachnominierung möglich. Berlins Landeskonservator Christoph Rauhut bezeichnete die Eintragung als „Würdigung des langjährigen Engagements der Bewohnerinnen und Bewohner“ und sprach von einer der „größten und der außergewöhnlichsten Siedlungen der 1920er Jahre in Deutschland“.

Das auf einem Teilgebiet des Grunewalds errichtete Quartier umfasst über 1100 Geschosswohnungen und 800 Einfamilienhäuser. Tauts Konzept eines erschwinglichen und zugleich lebenswerten Wohnraums stieß zu Beginn im damals von Villen geprägten Zehlendorf zunächst auf Ablehnung. Die naturnahe Architektur zog jedoch früh Künstler und Schriftsteller an, die das Quartier lange prägten. Auch die direkt in den U-Bahnhof integrierten Ladenzeilen galten damals als Neuheit.

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Verbindung von Architektur und Waldlandschaft

Die deutsche Unesco-Botschafterin Kerstin Pürschel bewertete die Entscheidung aus Busan positiv. Die Waldsiedlung ergänze das bestehende Welterbe mit ihrer Verbindung von Architektur, Waldlandschaft und urbaner Infrastruktur um „eine ganz eigene Facette“. Die Anerkennung unterstreiche die internationale Bedeutung der Berliner Moderne und würdige ausdrücklich den Beitrag der Waldsiedlung Zehlendorf.

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