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Nasa-Beobachtung: „Wanderndes“ Schwarzes Loch zerreißt Stern an unerwartetem Ort

Forscher haben ein Schwarzes Loch beim Zerreißen eines Sterns beobachtet, teilt die Nasa mit. Ungewöhnlich ist dabei vor allem der Ort des Fundes.

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Eine künstlerische Darstellung eines Tidal Disruption Events: Ein Stern wird von einem supermassereichen Schwarzen Loch zerrissen.

Eine künstlerische Darstellung eines Tidal Disruption Events: Ein Stern wird von einem supermassereichen Schwarzen Loch zerrissen.

© Sophia Dagnello/ZUMA Press Wire/imago

Forscher haben ein „wanderndes“ Schwarzes Loch beobachtet – das indirekt durch das Zerreißen eines Sterns nachweisbar wurde. Laut einer Mitteilung der Nasa hat das Weltraumteleskop Neil Gehrels Swift Observatory beobachtet, wie ein sogenanntes „verwaistes“ Schwarzes Loch im Außenbereich einer fernen Galaxie aufleuchtete, während es einen Stern verschlang.

Solche Ereignisse sind ohnehin selten – doch noch nie zuvor wurde eines so weit außerhalb des Zentrums einer Galaxie nachgewiesen, wie die Nasa mitteilt. „Mit dieser Entdeckung, die eine von nur wenigen bisher bestätigten ist, haben wir eine neue Technik validiert und können sie nun zur Suche nach weiteren Schwarzen Löchern einsetzen“, sagte Robert Stein, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of Maryland.

Was genau haben die Forscher beobachtet?

Sichtbar wurde das Schwarze Loch durch ein sogenanntes Tidal Disruption Event (TDE), zu Deutsch etwa „Gezeiten-Zerreißereignis“. Dabei kommt ein Stern der enormen Schwerkraft eines Schwarzen Lochs zu nahe und wird regelrecht auseinandergerissen.

Nach Angaben der Nasa leuchtete das Ereignis extrem hell auf. Über mehrere Monate überstrahlte es im ultravioletten Licht sogar die gesamte Heimatgalaxie – mit einer vorübergehenden Leuchtkraft von rund 10 Milliarden Sonnen. Das Schwarze Loch hat laut Nasa etwa die millionenfache Masse der Sonne.

Warum ist der Fundort so ungewöhnlich?

Fast jede Galaxie beherbergt laut Nasa in ihrem Zentrum ein supermassereiches Schwarzes Loch. Genau dort suchten Forscher in der Vergangenheit auch nach Tidal Disruption Events.

Dieses Schwarze Loch aber sitzt weit draußen. Nach Angaben des Fachmagazins New Scientist liegt das Ereignis mehr als 30.000 Lichtjahre vom Galaxienzentrum entfernt. Zum Vergleich: Unser Sonnensystem ist laut dem Bericht etwa 26.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt.

„Das ist einfach ein leerer Fleck am Himmel, soweit wir das sagen können“, zitiert New Scientist Stein. Frühere Funde lagen demnach entweder nur leicht neben dem Zentrum oder in einer verschmelzenden Zwerggalaxie.

Wie fanden die Astronomen das Schwarze Loch?

Aufgespürt wurde die Lichtexplosion zunächst im November 2025 durch die Himmelsdurchmusterung ZTF (Zwicky Transient Facility) am Palomar-Observatorium in Südkalifornien, so die Nasa. Ein neuer Algorithmus mit Künstlicher Intelligenz erkannte das Aufleuchten automatisch als mögliches Gezeiten-Zerreißereignis.

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„Von den halben Million Lichtblitzen, die ZTF jede Nacht entdeckt, hat unser neuer KI-Algorithmus automatisch eine Flare erkannt, die stark nach einem Tidal Disruption Event aussah – trotz ihrer ungewöhnlichen Lage am Rand einer Galaxie“, wird Stein in der Nasa-Mitteilung zitiert.

Anschließend bestätigten weitere Teleskope die Interpretation des Ereignisses. Dazu zählen laut Nasa das SOAR-Teleskop in Chile sowie das Swift-Teleskop der Nasa. Dessen Instrument UVOT maß nach Nasa-Angaben eine Temperatur von rund 30.000 Grad Celsius.

Woher kam das Schwarze Loch?

Wie das Schwarze Loch so weit an den Rand geriet, ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Einschätzung von Stein muss es ursprünglich aus dem Zentrum einer Galaxie stammen – allerdings nicht aus der, an deren Rand es sich heute befindet.

Die Forscher nennen laut Nasa zwei Möglichkeiten. Entweder verschmolzen drei oder mehr Galaxien, wobei das leichteste Schwarze Loch durch das Kräftespiel an den Rand geschleudert wurde. Oder eine Zwerggalaxie könnte sich mitten in einer Verschmelzung befinden, wobei ein Stern ihrem zentralen Schwarzen Loch zu nahe gekommen sein könnte.

Mehr über das spezifische Schwarze Loch herauszufinden, könnte laut New Scientist herausfordernd werden. Das Licht des verschlungenen Sterns sei noch zu hell. Einige Gezeiten-Zerreißereignisse dauern dem Bericht zufolge Jahre. „Daher müssen wir möglicherweise lange warten, um herauszufinden, was hier wirklich vor sich geht“, sagte Stein demnach.

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