Vor einigen Jahren stand ich mit meinem Großvater vor der neu errichteten Zentralmoschee in Köln. Er war in den Siebzigerjahren als türkischer Gastarbeiter nach Deutschland gekommen und hatte seinen Lebensabend später wieder in seiner Heimat verbracht. Nun blickte er beeindruckt auf die Kuppel und die hohen Minarette dieses Gebäudes im Herzen einer deutschen Großstadt.
Ich klopfte ihm auf die Schulter. „Alles dank euch, Opa“, sagte ich. Mein Großvater wandte den Blick von der Moschee ab und sah mich an. Dann schüttelte er entschieden den Kopf. „Wir haben damit nichts zu tun, mein Junge.“ Er machte eine kurze Pause.
„Wenn die Deutschen nicht so tolerant gewesen wären, würden wir noch heute in Hinterhöfen beten.“ Dann sagte er einen Satz, dessen Bedeutung ich damals noch nicht verstand: „Vergiss nie, ihnen dafür zu danken.“
CSD-Terror
Muslim zur Islamismus-Debatte: „Ohne Deutschlands Toleranz würden wir noch in Hinterhöfen beten“
Nach dem Anschlag beim CSD reicht Verurteilung allein nicht aus. Queerfeindlichkeit muss überall widersprochen werden. Ein Kommentar eines heterosexuellen Muslims.
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Betende in der Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln. „Imame müssen widersprechen, wenn ‚schwul‘ als Beleidigung gebraucht wird.“
© Liesa Johannssen/photothek.net
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