„Superprädator“

Wels-Problem im Gardasee: Region startet 100.000-Euro-Programm

Der Wels gilt im Gardasee als invasive Art. Die Region Venetien greift nun ein – und unterstützt den Fang mit 100.000 Euro.

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Welse gelten im Gardasee als Problem (Symbolbild)

Welse gelten im Gardasee als Problem (Symbolbild)

© Scherf/imago

Der Wels hat sich nach Angaben der Region Venetien zu einem großen Problem im Gardasee entwickelt. „Der Wels ist eine invasive Art, deren Vorkommen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat und die das Gleichgewicht des Ökosystems des Sees sowie die Tätigkeit der Fischer beeinträchtigt“, heißt es in einer Mitteilung.

Deshalb greift die Region Venetien nun ein: Sie stellt 100.000 Euro bereit, um den Fang in einem der beliebtesten Urlaubsseen des Landes zu unterstützen. Für die Fischer soll aus einer Herausforderung eine Ressource werden.

Warum der Wels für den Gardasee ein Problem ist

Der Wels gilt als „Superprädator“, erklärte die Region Venetien bereits im März. Er ernährt sich von zahlreichen Fischarten und verändert dadurch das Gleichgewicht des Sees tiefgreifend. Das gefährdet nach Angaben der Region die biologische Vielfalt im Gardasee. Die heimische Fischfauna gerät unter Druck.

Besonders problematisch ist demnach die Anpassungsfähigkeit des Fisches. Er kann auch in sauerstoffarmen Gewässern oder unter schwierigen Bedingungen überleben – und ist damit gegenüber heimischen Arten besonders konkurrenzstark. Neben Fischen könnten große Wels-Exemplare auch Wasservögel und kleine Säugetiere erbeuten, heißt es im Amtsblatt der Region Venetien.

Wie die Region Venetien reagiert

Die Region Venetien hat nun ein Förderprogramm von 100.000 Euro genehmigt. Es richtet sich an Berufsfischereiunternehmen am Gardasee, die den Welsfang ausbauen wollen. Antragsberechtigt sind Betriebe, deren Inhaber oder mindestens ein Gesellschafter im Register der Berufsfischer eingetragen ist. Voraussetzung ist die Berechtigung zur Berufsfischerei im Gardasee.

Die Förderung kann bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben abdecken, höchstens jedoch 20.000 Euro pro Unternehmen. Das Geld ist für Ausrüstung zum Fang, zur Lagerung und zur Vermarktung des Welses bestimmt.

„Wir haben 100.000  Euro bereitgestellt, um Unternehmen beim Kauf spezieller Netze, Konservierungssysteme und der gesamten notwendigen Ausrüstung für Fischereitechniken zu unterstützen, die sich von den traditionellen Methoden am Gardasee unterscheiden“, erklärte der Fischereibeauftragte der Region, Dario Bond.

Der WWF Bergamo Brescia kritisierte nach Angaben des Online-Portals Trentino geplante feste Vorrichtungen zum Fang von Welsen. Die Organisation warnte demnach, dass diese aufgrund ihrer Bauweise zu unbeabsichtigten Fängen anderer, heimischer Fischarten führen könnten.

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Vom Problem zur wirtschaftlichen Chance

In Ländern wie Deutschland, der Tschechischen Republik und Polen besteht ein gefestigter Markt für Welse, erklärte die Region Venetien im März. Der Preis für frischen Fisch liege bei etwa 2,50 bis 2,70 Euro pro Kilogramm.

Ziel der Region ist deshalb ein doppeltes: die Auswirkungen der invasiven Art auf die Umwelt zu verringern und neue Marktchancen für die Betriebe zu schaffen. „Unser Ziel ist es, diese kritische Situation in eine Entwicklungschance für professionelle Fischereibetriebe zu verwandeln“, erklärte Bond.

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