Ein Kreuzfahrtschiff ist auf der Donau bei Vidin in Bulgarien auf Grund gelaufen – mit 186 Passagieren aus EU-Ländern und 52 Besatzungsmitgliedern an Bord. Das berichtet die bulgarische Nachrichtenagentur BTA unter Berufung auf Angaben der Grenzpolizei.
Das unter Schweizer Flagge fahrende Schiff „Viking Ullur“ war laut BTA am Dienstagmorgen aufgrund niedriger Wasserstände in der Donau auf Grund gelaufen. An Bord entstanden schnell Probleme: Den Passagieren gingen Lebensmittel und Trinkwasser aus, weil das Schiff den Hafen von Vidin nicht erreichte, wo es eigentlich Vorräte aufnehmen sollte.
Zuvor war die „Viking Ullur“ am Montagabend von Drobeta-Turnu Severin in Rumänien mit Ziel Vidin abgefahren. Mehrere Versuche, das Schiff am Montagabend und am Dienstagmorgen wieder freizubekommen, scheiterten.
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Wie wurden die 186 Passagiere in Sicherheit gebracht?
Der Schiffsagent schickte laut BTA zunächst das unter französischer Flagge fahrende Schiff „Vivaldi“, um die Passagiere abzuholen. Doch dieses konnte nicht nah genug an das festliegende Schiff heranfahren.
Daraufhin griff die bulgarische Grenzpolizei ein. Nach einer Freigabe durch die zuständige Flussaufsichtsbehörde und einer weiteren Prüfung wurden die 186 Passagiere schließlich mit einem Patrouillenboot der Grenzpolizei in Vidin am Dienstag evakuiert.
Das Gepäck wurde nach Angaben der Grenzpolizei am gleichen Tag ebenfalls vom Schiff geholt. Unklar blieb zunächst das Schicksal der 52 Besatzungsmitglieder: Die „Viking Ullur“ könnte je nach Schifffahrtsbedingungen und Bergungsmöglichkeiten noch längere Zeit festliegen.
Donau: Niedriger Wasserstand trifft Schiffsverkehr
Auch in Ungarn trifft der niedrige Wasserstand der Donau den Schiffsverkehr. Auf dem ungarischen Abschnitt der Donau warten derzeit etwa 15 Hotelschiffe, wie das ungarische Ministerium für Verkehr und Investitionen laut der ungarischen Nachrichtenagentur MTI mitteilte. Auch die meisten Frachtschiffe stehen demnach still.
Nach Angaben des Ministeriums erschwert der niedrige Wasserstand die Fahrt auf dem gesamten 2412 Kilometer langen schiffbaren Abschnitt der Donau. Aus Sicherheitsgründen müsse zwischen Schiffsboden und Flussbett ein Abstand von mindestens zehn Zentimetern bleiben.
Schnelle Besserung nicht in Sicht
Einige Frachtschiffe können nur noch mit extrem reduzierter Ladung fahren – mit 10 bis 20 Prozent ihrer Tragfähigkeit. Ein generelles Verkehrsverbot gibt es jedoch nicht: Der verantwortliche Schiffsführer entscheidet laut dem Bericht anhand der Wasserstands- und Untiefendaten selbst über eine Weiterfahrt.
Am Dienstagmorgen sank der Pegel bei Budapest laut MTI auf einen Rekordtiefstand von 31 Zentimetern. Der bisherige Rekord lag nach Angaben der Nachrichtenagentur bei 33 Zentimetern, gemessen am 25. Oktober 2018. Im Tagesverlauf fiel der Wert weiter – um 17 Uhr auf 28 Zentimeter.
Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Laut der ungarischen Nationalen Generaldirektion für Wasserwirtschaft ist in den kommenden Tagen nicht mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen, zugleich wird eine neue Hitzewelle erwartet, berichtet MTI.
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