Ukrainische Drohnen haben nach Angaben einer Quelle aus dem russischen Agrarmarkt am Donnerstag das Getreideterminal im Hafen Taman an der Straße von Kertsch erheblich beschädigt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Die Anlage im südrussischen Gebiet Krasnodar wird vom Konzern Demetra betrieben, einem der größten Agrarunternehmen Russlands. Demetra wollte sich auf Anfrage von Reuters nicht äußern.
Bei einem separaten Angriff am selben Tag trafen ukrainische Drohnen laut drei weiteren Quellen aus dem Agrarsektor zudem eine Verladeanlage für Sonnenblumenöl im Hafen Taman. Betreiber ist demnach der Lebensmittelkonzern Efko. Eine der Quellen sagte Reuters, der Schaden sei nicht erheblich. Efko äußerte sich nicht. Die russische Staatsanwaltschaft hatte zuvor bestätigt, dass Taman von Drohnen angegriffen wurde.
Wichtiger Umschlagplatz für Weizen
Das Getreideterminal in Taman gehört zum Konzern Demetra-Holding und hat nach Angaben des Unternehmens eine Kapazität von fünf Millionen Tonnen pro Jahr. Es zählt zu den größten Getreideumschlagplätzen im Asow-Schwarzmeer-Becken.
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Nach Angaben des Unternehmens verlud die Anlage im ersten Halbjahr 2026 rund 1,31 Millionen Tonnen Getreide, viereinhalbmal mehr als im Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2025 war die Ausfuhr auf 2,4 Millionen Tonnen zurückgegangen, nach 5,6 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Grund war nach Angaben des Betreibers eine niedrigere Exportquote.
Verlagerung von Ausfuhren
Russland ist der weltgrößte Weizenexporteur, die Ukraine gehört ebenfalls zu den bedeutenden Anbietern. Beide Länder greifen nach Reuters-Angaben seit Wochen gegenseitig Agrarexportanlagen und Handelsschiffe im Schwarzmeerraum an. Die Schifffahrt im Asowschen Meer und in der Straße von Kertsch, über die zuvor bis zu ein Viertel der russischen Getreideexporte lief, ist seit dem 10. Juli wegen Drohnenangriffen ausgesetzt.
Russische Exporteure verlagerten Ladungen aus dem Süden per Lkw und Bahn an Tiefwasserterminals im Schwarzen Meer. Auch dort nahmen die Angriffe zu. Die internationalen Weizenpreise sind laut Reuters wegen der Sorgen um die Lieferungen aus dem Schwarzmeerraum zuletzt gestiegen.
Bereits vor einer Woche war laut der türkischen Zeitung Sabah ein Frachter mit Kohle aus Taman im Schwarzen Meer von einer Drohne getroffen worden. Ein Besatzungsmitglied kam ums Leben, drei weitere wurden verletzt.
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