Wer regelmäßig in der Bundespressekonferenz sitzt, entwickelt mit der Zeit ein recht feines Gehör für die Frequenzen des Ausweichens. Es gibt das routinierte Herunterspielen, das bürokratische Verweisen auf Zuständigkeiten und das joviale Ins-Leere-laufen-Lassen unbequemer Fragen. Was Regierungssprecher Steffen Kornelius am vergangenen Mittwoch zum Thema Nord-Stream-Vorwarnungen bot, war eine selten gehörte Spielart: die orchestrierte Ahnungslosigkeit, vorgetragen in zwei Akten – und in ihrer politischen Sprengkraft womöglich folgenreicher, als es dem Kanzleramt lieb sein dürfte.
Nordstream-Anschlag
Nord-Stream-Anschlagswarnung: Die orchestrierte Ahnungslosigkeit im Kanzleramt
Totale Geheimhaltung zu Nord-Stream-Vorwarnungen im Kanzleramt – und ein Regierungssprecher, der davon nichts gewusst haben will. Was beide Vorgänge verbindet, hat politische Sprengkraft.
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Bundeskanzler Friedrich Merz mit Generalleutnant Christian Freuding (r.) und Regierungssprecher Stefan Kornelius (l.): Wieso verhängt das Kanzleramt zum Thema Vorinformationen zum Nord-Stream-Anschlag ein umfassendes Geheimhaltungsgebot, und wieso weiß der Kanzlersprecher davon angeblich nichts?
© Chris Emil Janssen/IMAGO
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