Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Bulgarien und Zypern am Donnerstag vor einer Beteiligung an US-Militäraktionen gegen sein Land gewarnt. Das berichtet die staatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Zeitgleich meldet Teheran Angriffe auf US-Einrichtungen in Kuwait und Bahrain.
Araghtschi forderte demnach seine bulgarische Amtskollegin Velislava Petrova-Chamova in einem Telefonat auf, die Zustimmung Sofias zur Stationierung von US-Militärflugzeugen auf dem Luftwaffenstützpunkt Bezmer zurückzunehmen.
Die Entscheidung sei nicht hinnehmbar und widerspreche den traditionell freundschaftlichen Beziehungen beider Länder, sagte Araghtschi laut Tasnim. Er verwies auf Artikel 3 der UN-Resolution 3314 zur Definition von Aggression, wonach die Bereitstellung eines Staatsgebiets für einen Angriff auf einen Drittstaat selbst als Angriffshandlung gelte.
Bulgariens Parlament hatte in der Vorwoche die vorübergehende Verlegung von bis zu acht US-Tankflugzeugen des Typs KC-135 sowie bis zu 250 Soldaten nach Bezmer gebilligt. Sofia betonte laut Reuters, es würden keine Angriffswaffen stationiert und das Land werde damit nicht Kriegspartei. Petrova-Chamova bekräftigte demnach in dem Telefonat, Bulgarien wolle sich nicht am Krieg beteiligen und unterstütze diplomatische Bemühungen zur Deeskalation.
Auch Zypern im Visier
In einem separaten Gespräch mit dem zyprischen Außenminister Konstantinos Kombos mahnte Araghtschi ebenfalls, ausländische Militärbasen auf der Insel dürften nicht für Angriffe auf Iran genutzt werden.
Kombos erklärte laut Tasnim, sein Land habe von Großbritannien die Zusicherung erhalten, dass die dortigen britischen Stützpunkte nicht gegen andere Staaten – auch nicht gegen Iran – eingesetzt würden.
Der Stützpunkt RAF Akrotiri war Anfang März nach dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran von einer Drohne getroffen worden.
Iranische Armee meldet Angriffe am Golf
Nach einer neuen US-Angriffswelle meldete die iranische Armee laut Staatsmedien am Freitag Drohnenangriffe auf US-Einrichtungen auf dem Luftwaffenstützpunkt Ahmad al-Dschaber in Kuwait sowie auf dem Stützpunkt Scheich Isa in Bahrain. Ziele seien Flugzeugunterstände, Satellitenkommunikation und Stromversorgung gewesen. Das US-Zentralkommando Centcom hatte am Mittwoch mitgeteilt, es habe Dutzende Ziele der Revolutionsgarden im Iran angegriffen.
Die Revolutionsgarden erklärten zudem, sie hätten zwei Öltanker an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus gehindert. Der Ölpreis für die Sorte Brent stieg laut CNBC angesichts der neuen Eskalationen um 0,6 Prozent auf 89,53 US-Dollar je Barrel.
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